Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„Birdeater“

Australien, 2023

Bewertung: 4.5 von 5.

Irene und Louie sind seit einem Jahr ein Paar und wollen bald heiraten. Sie ist oft müde abends und legt sich schon schlafen, während er noch loszieht, sich mit seinem Vater oder Freunden treffen.
Als er sie einlädt an seinem Junggesellenabschied teilzunehmen, ist sie erst erstaunt und zögert, sagt dann aber zu. Doch das Wochenende verläuft anders als alle Beteiligten es sich vorgestellt haben.
Bereits vor dem Vorspann ist irgendwo im Hintergrund verschwommen ein Plakat zu „Wake in Fright“ zu sehen, Ted Kotcheffs eindringlicher Studie zur Sogwirkung toxischer Männlichkeitsrituale, aber mit ihrem Debütfilm „Bird Eater“ finden die beiden Regisseure und Drehbuchautoren Jack Clark und Jim Weir ihre ganz eigene Annäherung an das Thema.
Geschickt spielen sie dabei mit Topoi des Horrorfilms und den Erwartungen ihres Publikums und präsentieren uns einen ungemein dicht inszenierten und eindringlich gespielten Psycho-Thriller, der nicht darauf aus ist uns vordergründig zu erschrecken, sondern uns erschaudern zu lassen. Die Bedrohung kommt hier nicht von außerhalb, sondern entsteht aus der Gruppendynamik. Auch brauchen Clark und Weir keine übermäßige Gewaltdarstellung, ihnen reichen Worte und Blicke, um Unwohlsein in uns auszulösen.
Leider ist der australische Film in Deutschland weder als Stream noch als physisches Medium verfügbar, ich hatte die Blu-ray im Sale bei Umbrella in Australien auf Verdacht mitbestellt und wurde, auch wenn (oder vielleicht auch gerade weil) er ganz anders war, als ich erwartet hatte, nicht enttäuscht.



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