USA, Großbritannien, 2018
Da ich „Tomb Raider“ von 2018 letztens in meinem Review zum John Wick-Spin-Off „Ballerina“ erwähnt hatte und zwischenzeitlich günstig an die amerikanische 4K-Disc gekommen bin, habe ich beschlossen, ihn auch nochmal zu schauen und ein neues Review zu verfassen, denn mein damaliger FB-Post ist im Social-Media-Nirvana verschwunden.
Die beiden Filme mit Angelina Jolie als Lara Croft waren 2011, als die Independent-Produktionsfirma GK Films die Filmrechte erwarb, auch schon wieder acht Jahre her und es sollte noch weitere vier Jahre dauern bis mit dem Norweger Roar Uthaug, der in seiner Heimat so sehenswerte Sachen wie den Slasher „Cold Prey“ (2006) oder den Wikinger-Actionreißer „Escape“ (2012) inszeniert hatte, ein neuer Regisseur gefunden war.
Die neue Hauptdarstellerin wurde Alicia Vikander, die bis dahin vorwiegend mit Charakterrollen von sich reden gemacht und 2016 den Oscar für ihre Nebenrolle in „The Danish Girl“ bekommen hatte.
Mit ihr war es möglich der Figur der Lara Croft mehr Background und emotionale Tiefe zu geben und so wurde der neue „Tomb Raider“ wie der 2013 erschienene Spiel-Reboot eine Origin-Story, die gerade in der ersten Hälfte die richtige Balance aus Charaktermomenten und originellen Actionsequenzen findet. Von der Handlung des Spiels bleiben dabei aber nur das Grundthema um die alte japanische Königin Himiko und vereinzelte Momente übrig.
Mit der schon zitierten Szene, in der Lara zum ersten Mal (im Zweikampf) einen Menschen tötet und davon sichtlich emotional mitgenommen ist, wird jedoch in ihrer Figur und im Film scheinbar ein Schalter umgelegt.
Die nächsten Gegner erledigt sie kurze Zeit später ohne mit der Wimper zu zucken mit dem Bogen und auch sonst wird der Film ab dort deutlich videospielartiger mit stärkerem Focus auf etwas generischerer Action und Rätseln, die es zu lösen gilt. Erst das Ende gönnt ihr wieder etwas Ruhe und eröffnet Möglichkeiten für eine Fortsetzung, die jedoch leider nicht genutzt wurden, denn trotz der etwas schwächeren zweiten Hälfte bleibt „Tomb Raider“ eines der seltenen Beispiele für eine gelungene Videospielverfilmung.
Erst 2024 gab es wieder ein filmisches Lebenszeichen in Form einer Animationsserie, die auf Netflix zu finden ist, mich aber nur bedingt zu fesseln wusste. Und vor wenigen Tagen begannen die Dreharbeiten zu einer Live-Action-Serie mit Sophie Turner in der Hauptrolle und Phoebe Waller-Bridge („Fleabag“) als Drehbuchautorin und Produzentin, eine Kombination, die mich zumindest neugierig macht.

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