USA, 2026, 8 Folgen
Ben Reilly ist Privatdetektiv im New York der 1930er Jahre und bis vor fünf Jahren war er noch etwas anderes: The Spider, ein Superheld, der sich in Mantel, Hut und Maske von Gebäude zu Gebäude schwang, um den Menschen der Stadt zu helfen. Nach einem tragischen Todesfall, an dem er sich selbst die Schuld gibt, wollte er die Verantwortung des Superhelden-Daseins nicht mehr tragen.
Doch dann erscheint die geheimnisvolle Nachtclubsängerin Felicia „Cat“ Hardy eines Tages in seinem Büro und zieht ihn in einen Fall hinein, der all das wieder ändern könnte…
Nicolas Cage sieht in der Rolle des Ben Reilley aus, als wolle er einen Humphrey Bogart-Doppelgänger-Wettbewerb gewinnen, und in manchen Momenten würde ich ihm glatt Siegerchancen zugestehen, verfiele er dann nicht immer wieder in seine so typische eigene Mimik.
Wer wie ich nach den großartigen Spiderverse-Animationsfilmen, in denen Cage bereits einen Spider-Noir-Charakter gesprochen hatte, gehofft hatte, „Spider-Noir“ würde coole Netzschwinger-Action mit eben solchen Sprüchen bringen, wird über weite Strecken enttäuscht sein.
Die Serie ist erst einmal ein Film-Noir-Epigone mit gelegentlichen Ausflügen ins Horrorfach und erst an zweiter Stelle eine Superhelden-Serie.
Die Kameraleute Darran Tiernan und Peter Deming kennen den Stil der „Schwarzen Serie“, wie der Film Noir in Deutschland seinerzeit genannt wurde, und kopieren ihn bis ins Detail und auch die beiden anderen Hauptdarsteller*innen Brendan Gleeson und Li Jun Li haben ihre Vorbilder James Cagney und Anna May Wong sichtlich studiert. Aber sie bleiben eben sichtlich Kopien, die die Grimmigkeit und Vielschichtigkeit der Originale nicht erreichen.
Erst im letzten Drittel der Serie kommt etwas Schwung ins Geschehen, und die Charakterentwicklungen, die bis dahin recht viel Zeit einnehmen, sind letztendlich nicht so tiefgehend (oder gar originell) wie sie uns glauben machen wollen.
Mir persönlich hätte ein Spielfilm in der Machart gereicht, für 8 Folgen á 45 Minuten wurde dann doch zu wenig (neues) erzählt.
Ich empfehle übrigens mal in die alternative Farbfassung reinzuschauen, die aufgrund der ungewöhnlichen Farbgebung tatsächlich interessanter ausschaut als erwartet.

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