Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„Suspiria“

Italien, 1977

Bewertung: 5 von 5.

Die junge Amerikanerin Suzy Bannion (Jessica Harper) reist nach Deutschland, um an einer bei Freiburg im Breisgau gelegenen Tanzakademie Ballett zu studieren. Als sie in einer regenverströmten Nacht das Anwesen erreicht, wird sie Zeugin, wie eine andere junge Frau voller Panik das Gebäude verlässt und durch den Wald flieht. Nichtsdestotrotz beginnt sie am nächsten Tag dort ihre Ausbildung.
Doch die seltsamen Ereignisse und Todesfälle beginnen sich zu häufen, und so stellt Suzy Nachforschungen an und kommt schließlich einem grausigen Geheimnis auf die Spur.
Suspiria“ (ital. für Seufzer) gilt vielen sowohl als Höhepunkt im Schaffen des italienischen Genre-Regisseurs Dario Argento als auch des Genres des italienischen Giallo.
Mit einer ausgeklügelten Farbdramaturgie (gedreht von Luciano Tovoli auf Eastman-Color), die deutlich die Einflüsse Mario Bavas zeigt, und untermalt vom ikonischen Soundtrack der italienischen Prog-Rock-Band Goblin spinnen Argento und seine damalige Ehefrau Daria Nicolodi, die zusammen das Drehbuch verfassten, eine mystisch-surreale Geschichte, deren Auflösung sich wohltuend vom Topos des psychisch gestörten Killers abhebt, der ansonsten damals das Genre dominierte.
Die Inspiration dafür zogen die beiden aus der unvollendeten Prosagedichtsammlung „Suspiria de Profundis“ („Seufzer aus der Tiefe“) des englischen Dichters Thomas De Quincey sowie verschiedenen Märchen wie z.B. „Schneewittchen„.
Vielfach als reines „Style-over-Matter„-Werk abgetan, wird dabei gerne übersehen, dass „Suspiria“ wohl nicht zuletzt dank Daria Nicolodis Mitarbeit über für das Genre erfreulich glaubwürdige Frauenfiguren verfügt.
In Deutschland damals um sieben Minuten geschnitten und später indiziert und erst 2017 ungekürzt freigegeben, fehlt es hier noch immer an einer würdigen (und erschwinglichen) Veröffentlichung des Films, abgesehen von der Ultimate Edition zusammen mit der unsäglichen Neuverfilmung von 2018.
In UK ist „Suspiria“ nun jüngst in Zusammenarbeit mit Argento himself als 4K-Disc erschienen, die den Film erstmalig in der vom Regisseur beabsichtigten Farbgradierung zeigt und dabei auch das Problem überstrahlender Rottöne früherer Veröffentlichungen behebt.



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