USA, 2019
Da ich ihn gestern nochmal mit großem Vergnügen auf Netflix geschaut habe, dachte ich, es sei doch eine gute Gelegenheit, mein 2019 entstandenes Review aus den Klauen von Facebook zu befreien und hier im Blog auszuwildern.
Mit „Crawl“ wendet sich der von mir sehr geschätzte Alexandre Aja („High Tension„, „Horns“ ) nach „Piranha 3D“ erneut dem Tierhorror zu. Im Gegensatz zum völlig überzogenen Joe-Dante-Remake setzt er jedoch diesmal aber auf eine ernsthafte und bodenständige Inszenierung.
Die Profi-Schwimmerin Haley macht sich angesichts der Warnungen vor einem Hurrikan auf den Weg nach Florida, um nach ihrem Vater zu sehen, zu dem sie aber ein überaus angespanntes Verhältnis hat.
Sie findet ihn verletzt im Keller des Hauses, allerdings nicht alleine, denn Alligatoren haben die schon teilweise überfluteten Räume zu ihrem neuen Jagdgebiet erklärt.
Klingt simpel?
Ist es auch!
Aber eben auch verdammt spannend und effektvoll gemacht, nicht zuletzt dank der fantastischen, sehr dynamischen Kameraarbeit von Ajas Lieblingskameramann Maxime Alexandre, der ihn schon seit „High Tension“ begleitet und den Look seiner Filme entscheidend mitgeprägt hat.
Die Alligatoren sind hervorragend getrickst, die Gewaltspitzen sehr gezielt eingesetzt und gewohnt blutig ohne übertrieben zu sein, und Kaya Scodelarios Haley ist eine toughe Heldin, mit der eins gerne mitfiebert.
Dass für die Aufarbeitung des Verhältnisses zu ihrem Vater in den nur 88 Minuten Laufzeit nicht viel Raum bleibt, fällt dabei kaum negativ ins Gewicht, ist „Crawl“ doch auch ohne diese psychologische Ebene den üblichen Tierhorror-Filmen, die eins sonst so vorgesetzt bekommt, haushoch überlegen.

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