USA, 1966
„Der Glückspilz“ stellt die erste Zusammenarbeit des späteren Komödien-Traumpaars Jack Lemmon und Walter Matthau dar.
Lemmon spielt den Sportreporter Harry Hinkle, der während eines Football-Spiels vom Spieler Luther „Boom Boom“ Jackson über den Haufen gerannt wird und bewusst los ins Krankenhaus eingeliefert wird. Sein Schwager Willie Gingrich, ein gerissener Anwalt, der sein Geld mit Schadensersatzklagen macht, (kongenial verkörpert von Walter Matthau) wittert die große Chance, um aus dem Vorfall Kapital zu schlagen.
Der Film bietet jene unvergleichliche Mischung aus Slapstick, Dialogen, die schneller vorgetragen werden als eins sie erfassen kann und Running Gags einerseits und beißendem Sarkasmus bei einem zugleich tief humanistischen Weltbild, dem unglaublichen Gespür für Charakterzeichnung mit wenigen Pinselstrichen und handwerklicher und erzählerischer Finesse anderseits, die Wilders Komödien so wohltuend vom Gros des Genres abheben.
Kameramann Joseph LaShelle, mit dem Wilder seit „Das Appartment“ zusammenarbeitete, erhielt für seine kunstvollen Bilder völlig verdient eine seiner zahlreichen Oscar-Nominierungen.
Neben „Some like it hot“ , „Eins, zwei, drei!“ und „Küss mich, Dummkopf“ bisher meine Lieblingskomödie von Wilder, dessen ernste Filme wie das Trinker-Drama „Das verlorene Wochenende“ oder die Medien-Kritik „Reporter des Satans“ völlig zu unrecht immer noch auf meinem „Muss-ich-noch-gucken“-Stapel ihr Dasein fristen.

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