USA, 1964
Der erfolgreiche Sänger, Verführer und Entertainer Dino (Dean Martin praktisch as himself) landet durch eine Straßensperre in dem Kaff Climax, wo zwei erfolglose Amateur-Songschreiber ihre große Chance wittern, wenn es ihnen nur gelänge, dass Dino einen ihrer Songs adaptiert. Als Köder engagieren Sie die Prostituierte Pistolen-Polly (wunderbar: Kim Novak), doch alles kommt anders als geplant…
Was vom Titel her nach einer leichten romantischen Komödie klingt, erweist schon nach kürzester Zeit als bitterböser Blick auf das amerikanische Kleinstadtleben, dessen ambivalente Charakterzeichnung zwischen Komik und Abgründigkeit und die optische Ausgestaltung durch Kameramann Joseph LaShelle fast wie die Blaupause für die Neo Noir-Frühwerke der Coen-Brüder von „Blood Simple“ bis „Fargo“ wirken.
Dean Martin mag das namentliche Zugpferd für Billy Wilders Film gewesen sein, die eigentliche Hauptrolle spielt jedoch der wunderbare Ray Walston (Richter Bone aus „Pickett Fences„) als Klavierlehrer Orville J. Spooner, der einerseits in seiner Eifersucht gegenüber seiner Frau Zelda (Felicia Farr, „3:10 to Yuma„) beängstigend und bedrohlich und zugleich in seiner Weltfremdheit unbeholfen, ja fast lächerlich wirkt.
Die zahlreichen sexuellen Anspielungen sowie die „unmoralische“ Handlung sorgten für Ärger mit den amerikanischen Zensurbehörden und auch ansonsten waren Kritiker und Pubikum dem Film damals wenig wohlgesonnen.
Aus heutiger Sicht jedoch schien er seiner Zeit voraus gewesen zu sein und erweist sich, wenn eins sich nicht vom Titel in die Irre führen lässt (und wie ich lange einen Bogen um den Film macht), als tiefschwarze Krimifarce mit zahlreichen Wendungen, großartiger Kameraarbeit (ich warte auf den ersten von Joseph LaShelle fotografierten Film, der nicht einfach atemberaubend aussieht) und einem beeindruckenden Hauptdarsteller, dem man in seiner Karriere mehr solcher Hauptrollen gewünscht hätte.

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