USA, 1952
Da erzähle ich immer groß, ich könne mit Musicals nicht viel anfangen, und dann dann steht in meiner Feel-Good-Film-Liste auf Platz 2 „Singin‘ in the Rain„, der als eines der besten Musicals aller Zeiten gilt.
Wie passt das denn zusammen?
Nun, ich bin mittlerweile zu dem Schluss gekommen, dass mich der Umstand, dass Menschen in Filmen singen, an und für sich gar nicht stört, eher im Gegenteil, war doch Musik eigentlich seit meiner Kindheit ein ähnlich wichtiges Element in meinem Leben wie Filme und Bücher.
Ich kann nur einfach mit der Musik der meisten Musicals einfach nichts anfangen, sie löst in mir nichts aus.
Bei „Singin‘ in the Rain“ ist das anders, schon allein der titelgebende Song, den Gene Kelly singt, während er tatsächlich durch den Regen tanzt und springt, hat nicht nur unglaubliche Ohrwurmqualitäten, er ist für mich zugleich der vielleicht unmittelbarste Ausdruck von Lebensfreude, der mir je in einem Film begegnet ist.
Regen sieht eins sonst in Filmen zumeist in traurigen Szenen: Regentropfen rinnen an Fenstern herunter wie Tränen an Gesichtern und gefühlt 103% aller Beerdigungen in Filmen finden im Regen statt.
Doch „Singin‘ in the Rain“ verkehrt dieses Stilmittel bewusst: der von Gene Kelly dargestellte Don Lockwood ist nicht nur trotz des Regens glücklich, sondern er genießt diesen von Augenblick zu Augenblick mehr und mehr.
Und spätestens wenn er, argwöhnisch von einem Polizisten beäugt, wie ein Kind in einer riesigen Pfütze herumhüpft, hat sich dieses Glückgefühl auch auf mich übertragen und ich würde auch am liebsten sofort raus in den Regen, Schuhe optional, denn ich brauche (und kann) ja nicht stepptanzen.
Über seine Qualitäten als Musical und die großartigen Tanznummern hinaus ist „Singin‘ in the Rain“ im Übrigen auch eine ganz wundervolle Komödie über den Hollywood-Starrummel in den späten 1920ern und den Übergang vom Stumm- zum Tonfilm und die damit verbundenen, nicht nur technischen Schwierigkeiten für Filmstudios und -stars.
Heimlicher Star des Films neben dem Leading Duo Gene Kelly und Debbie Reynolds ist der großartige Cosmo Brown, dessen Tanzeinlagen an Akrobatik und Komik eigentlich nicht zu überbieten sind.
Obendrauf kommt noch die fantastische Technicolor-Kameraarbeit von Harold Rosson („The Wizard of Oz„) und fertig ist ein vielschichtiges Wunder- und Feuerwerk von einem Film. Regie führte übrigens, wie schon bei „On the Town“ / „Heut’ gehn wir bummeln – Das ist New York!“ Gene Kelly selbst zusammen mit Regisseur und Choreograf Stanley Donen.

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