USA, 2025
Die Studentin Lucy besucht zusammen mit ihren Freundinnen Kate und Hannah ihre Familie auf Hawaii, bestehend aus ihrem tauben Vater Adam, der als Schriftsteller arbeitet, ihrer jüngeren Schwester Erin und dem zahmen Schimpansen Ben. Der ist jedoch von einer mit Tollwut infizierten Manguste gebissen worden und entwickelt sich bald darauf zur rasenden Bestie.
Johannes Roberts‘ Tierhorrorfilm „Primate“ tauchte regelmäßig in Bestenlisten auf und zwar nicht nur in solchen, die auf Horrorfilme beschränkt waren, und nachdem ich ihn jetzt gesehen habe, frage ich mich ehrlich gesagt warum.
Ja, er ist durchaus effektvoll und stellenweise sogar spannend gemacht mit überaus blutigen Kills, aber davon abgesehen ist er ziemlich beliebige Horror-Standardware mit allen Schwächen des Genres (und noch ein paar mehr).
Die Charaktere sind selbst für einen Slasher, dem er genretechnisch tatsächlich näher ist als dem Tierhorror, erstaunlich flach und nichtssagend, so dass es mir ziemlich egal war, wer von ihnen als nächstes vom Affen gebissen… äh getötet wird.
Der größte Fehler des Films ist aber wohl, dass er es versäumt, Ben tatsächlich als liebevolles Familienmitglied einzuführen, so dass uns seine Verwandlung zur wilden Bestie auch emotional berühren könnte. Die kurze Szene nach Lucys Rückkehr nach Hause reicht dafür definitiv nicht aus, zumal wir zu diesem Zeitpunkt schon um Bens mörderische Seite wissen, weil der Film unbedingt genretypisch mit einem Schockeffekt beginnen wollte.
Hinzukommt, dass der Schimpanse, zum Leben erweckt durch mechatronische Effekte und einen Schauspieler im Kostüm, gefühlt nur einen Gesichtsausdruck hat, nämlich eine verzehrte Fratze.
Da guck ich doch lieber nochmal „Link, der Butler“ von 1986, der zwar der zahmere, aber auf so vielen Ebenen bessere und sympathischere Film ist. Mein mittlerweile vier Jahre altes Review dazu schubse ich gleich im Anschluss hier in den Blog.

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