Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„The Snorkel“ / „Der Schnorchel“

Großbritannien, 1958

Bewertung: 4 von 5.

Paul Decker täuscht den Selbstmord seiner Frau durch Gas in einem von innen verschlossenen und mit Klebeband abgedichteten Raum vor, während er sich in einem Hohlraum unter den Bodendielen mit einem Schnorchel versteckt, der mit langen Gummischläuchen verbunden, die bis nach draußen reichen, ihm das Atmen reiner Luft ermöglichen.
Damit, so glaubt er, hat er den perfekten Mord begangen, wäre da nicht Candy, seine 13jährige Stieftochter aus erster Ehe, die nicht an den Selbstmord ihrer Mutter glaubt, sondern direkt ihren Stiefvater in Verdacht hat.
So albern der Titel des Films auch klingen mag und so hanebüchen seine Prämisse und der Mordplan daherzukommen scheinen, so durchaus spannend entwickelt sich das nachfolgende Psychoduell zwischen Stieftochter und Stiefvater, was nicht zuletzt an der gelungenen Besetzung liegt.
Der deutsche Tausendsassa Peter van Eyck, der sich in jeglichem Genre gleichermaßen wohlzufühlen schien, darf hier eine seiner schönen Schurkenrollen mit der ihm eigenen Diabolik spielen und die gerade mal 13jährige Mandy Miller, die sechs Jahre zuvor in „Mandy“ das Publikum als taubstummes Mädchen begeistert hatte, erweist sich in ihrer letzten Kinofilmrolle (bevor sie sich aus dem Filmgeschäft zurückzog) als ebenbürtige Gegnerin.
Hinzukommen die gelungene Kameraarbeit von Jack Asher, der auch zahlreiche von Hammers großen und kleinen Klassiker wie „Dracula„, „Der Hund von Baskerville“ und „Dracula und seine Bräute“ bebilderte, sowie die routinierte aber zugleich sehr konzentrierte Regie von Guy Green und fertig ist einer der zu unrecht unterschätzten Einträge aus der zweiten Reihe des umfangreichen Schaffens der britischen Hammer Film Studios.



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