Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„Mountains of the Moon“ / „Land der schwarzen Sonne“

USA, 1990

Bewertung: 4.5 von 5.

Der britische Offizier und Forscher Richard Francis Burton und der junge Offizier John Hanning Speke brechen mit einer Expedition auf, um die Quelle des Nils zu finden. Während der hochgebildete Burton voll ist von Neugier und Forscherdrang, zugleich aber hohe Achtung vor dem Land und seinen Bewohnern hat, sieht der noch relativ unerfahrene Speke die erhoffte Entdeckung als Möglichkeit für Ruhm und Ansehen.
Die Strapazen der Reise führen die so unterschiedlichen Männer an ihre Grenzen und darüber hinaus…
Basierend auf den Reiseberichten von Burton erzählt Regisseur Bob Rafelson vordergründig eine klassische Abenteuergeschichte, die sich aber durch den humanistischen Blickwinkel seiner Hauptfigur wohltuend von ähnlichen Filmen abhebt, gelingt es ihm doch weitestgehend die üblichen rassistischen Stereotype des Genres zu vermeiden.
Patrick Bergin, der ein Jahr später den Robin Hood im Konkurrenzfilm zu Kevin Costners „König der Diebe“ spielen sollte, gelingt es hervorragend, den komplexen Charakter Burtons für die Zuschauer*innen greifbar zu machen, während Iain Glen („Game of Thrones„) in einer seiner frühen Filmrollen als von Geltungssucht getriebener Lt. Speke zwar die undankbarere Rolle hat, diese aber nie zu einem reinen Filmbösewicht verkommen lässt.
Fiona Shaw hat als Schriftstellerin und Wissenschaftlerin Isabel Arundell zwar nur wenige Szenen, in denen sie Bergins Burton aber als ebenbürtige Partnerin zur Seite steht.
Kameramann Roger Deakins kleidet die wilden Landschaften Afrikas in ebenso beeindruckende Bilder wie die Gesichter der Darsteller*innen.
Wenn über Regisseur Bob Rafelson geschrieben wird, wie z.B. anlässlich seines Todes im Jahr 2022, wird „Mountains of the Moon“ nur selten erwähnt, auch mir war er bisher nicht geläufig, bis Camera Obscura ihn jüngst der Vergessenheit entrissen und in einer schön restaurierten Fassung in einem gewohnt wissensreich kuratierten Mediabook veröffentlicht haben.



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