Deutschland, 1999
Der zu Gewalttätigkeit neigende Gauner Kalle Grabowski sitzt seit einem Bankraub im Gefängnis, während sein Mittäter Dirk, genannt „Keek“, in Freiheit auf die Beute aufpasst, denn für sein Schweigen soll Kalle den Großteil davon bekommen, nachdem er seine Strafe abgesessen hat.
Und so träumt Kalle davon, sich einen Mercedes 500 SEC zu gönnen, den Keek ihm pünktlich zur Entlassung besorgen soll.
Nur leider hat Keek das Geld bereits größtenteils bei Pferdewetten verspielt und so gerät er arge Not, als Kalle aus dem Gefängnis ausbricht…
„Bang Boom Bang“ war der Debütfilm von Regisseur Peter Thorwarth und wurde aufgrund seines Erfolgs zum ersten Teil seiner „Unna“-Trilogie, benannt nach der Stadt, in der die Filme spielten.
Die Mischung aus schrägen Charakteren, respektlosen Dialogen und einer wendungsreichen Story mit zahlreichen namhaften Schauspieler*innen (u.a. Ralf Richter als Kalle, Oliver Korittke als Keek, Martin Semmelrogge als Schlucke, Dieter Krebs als Geschäftsmann Kampmann und Alexandra Nedel als dessen Auszubildende Melanie) und Gastauftritten machten aus „Bang Boom Bang“ einen wahrhaftigen Kultfilm, der bis heute nichts von seiner Wirkung verloren hat.
Einer der Gründe dafür dürfte darin liegen, dass es zwar ein paar rassistische, sexistische und ableistische Charaktere gibt (allen voran Kampmann), der Film sich aber, anders als z.B. der unsägliche „Lucky Day“ von Roger Avery, mit ihnen nicht gemein macht. Das Herz und die Sympathien des Films liegen eindeutig bei den Außenseiter*innen und vermeintlichen Looser*innen.
Nach verschiedenen, unterschiedlich erfolgreichen Versuchen an seine Frühwerke anzuschließen, hat Peter Thorwarth in den letzten Jahren für Netflix zwei beeindruckende Genrewerke geschaffen, nämlich den spannenden Flugzeugentführungs-Thriller „Blood Red Sky“ und den famosen Nazi-Exploitationer „Blood & Gold„.

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