Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„La casa dalle finestre che ridono“ / „The House with Laughing Windows“ / „Das Haus der lachenden Fenster“

Italien, 1976

Bewertung: 3 von 5.

Der Restaurator Stefano wird vom Bürgermeister einer kleinen italienischen Stadt beauftragt, ein weitgehend zerstörtes Fresko des Märtyrers San Sebastian wiederherzustellen. Doch nicht alle im Ort scheinen von dem Vorhaben begeistert zu sein. Und je weiter er das Kunstwerk in seine ursprüngliche Form bringt, desto näher kommt er dessen Entstehungsgeschichte und den grausamen Geheimnissen, die den Ort umgeben.
Das Haus der lachenden Fenster“ entstand nur ein Jahr nachdem sein Regisseur Pupi Avati mit dem Drehbuch zu Pasolinis Skandalfilm „Salo – Die 120 Tage von Sodom“ für Aufsehen gesorgt hatte, und gilt gemeinhin als einer der Höhepunkte des italienischen Horrorfilms der 1970er Jahre.
Bereits der Vorspann erzeugt ein Gefühl ungeheuren Unbehagens, das sich dank der getragenen Inszenierung und den stimmungsvoll eingefangenen Bildern von Pasquale Rachini noch langsam steigert, um sich in einem fast ekstatischen Finale endlich zu entladen.
Was mein Sehvergnügen bei aller Begeisterung für die Atmosphäre ganz gewaltig getrübt hat, ist das furchtbare Frauenbild des Films.
Von den drei Frauen, die darin vorkommen, hat die erste nur einen kurzen Auftritt als One-Night-Stand, die zweite etwas mehr Screentime als Love-Interest und Damsel-in-Distress und die dritte ist alt und bettlägerig und dient damit hauptsächlich als Gruselstaffage.
Dazu kommt die derogative Art, mit der die ganze Zeit über alle diese Frauen gesprochen wird, meist mit Augenmerk auf ihr Aussehen oder ihre sexuelle Aktivität und Attraktivität. Ich kann mir sowas echt nicht mehr antun.
Ja, der Film ist damit sowohl in seiner Zeit (obwohl es das ja auch heute leider noch zur Genüge gibt) als auch im Genre nicht alleine (siehe auch „Der schwarze Leib der Tarantel„), aber z.B. der von mir überaus geschätzte Dario Argento hat mit Filmen wie „Suspiria“ oder „Phenomena“ und seinen starken und klugen Heldinnen bewiesen, dass es auch anders geht.



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