USA, 2025
Yuri wächst zusammen mit ihrem älteren Adoptivbruder Petro bei ihrem Vater Maxim, einem Jäger, auf einer Insel im Schwarzen Meer auf.
Maxim ist spezialisiert auf die Jagd nach Ochis, primatenähnlichen Wesen mit gelblichem Pelz, die auf der Insel leben und als sehr gefährlich gelten.
Eines Tages findet Yuri ein kleines Ochi in einem Fangeisen und beschließt, das kleine Wesen zurück zu seiner Familie zu bringen.
Eine gefahrvolle Odyssee in die Tiefen der Insel beginnt…
„The Legend of Ochi“ ist der Debütfilm des amerikanischen Musikvideoregisseurs Isaiah Saxon (u.a. Björk „Wanderlust„) und angesichts dieses Backgrounds erscheint es wenig überraschend wie visuell ausgefeilt der Film ist.
Mit den wunderschön ausgeleuchteten Bildern des Kameramannes Evan Prosofsky, Matte Paintings, erstaunlich realistisch wirkender Puppentricktechnik und nur ganz wenig CGI gelingt es ihm eine märchenhafte, manchmal auch düstere Welt abseits des Effekt-Overkills moderner Blockbuster zu erschaffen.
Kritiker haben dem Film oft vorgeworfen, die Charaktere seien eindimensional und die Geschichte vorhersehbar, und verglichen ihn mit Klassikern wie „E.T.“ oder „Die Goonies„, deren Klasse er aber nicht erreichen würde. Dabei übersehen sie aber, dass ihre eigene Wahrnehmung geprägt ist durch Nostalgie und das erste Erleben dieser Filme, als sie selbst noch Kinder waren und staunend im Kino saßen, denn besonders tiefgehend waren diese ja auch nicht wirklich.
Wenn sich eins jedoch diese kindliche Neugier bewahrt hat, bieten „Die Legende von Ochi“ und sein Titelheld viele Möglichkeiten des Wunderns und Staunens und Mitfieberns.
Die deutsche Kinderdarstellerin Helena Zengel, die mit „Systemsprenger“ zur Overnight-Sensation wurde, gibt als Yuri eine ebenso starke Vorstellung ab wie Willem Dafoe und Emily Watson als ihre Eltern, zwischen deren entgegengesetzten Weltbildern das Mädchen ihren eigenen Weg finden muss, um das kleine Ochi zu retten, das trotz gewisser Niedlichkeit immer auch ein glaubwürdiges, aber intelligentes und empfindsames Tier bleibt.
Und die ökologische Message des Films kann gerade heutzutage in einer Zeit, in der wir immer noch rücksichtslos die Lebensräume anderer Lebewesen auf diesem Planeten zerstören, einfach nicht oft genug erzählt werden, auch wenn es nur in einem Märchen ist, aber vielleicht auch gerade dort, wohnt doch dem auf den ersten Blick etwas kitschigen Ende die bittersüße Erkenntnis inne, dass wir leider tatsächlich ein Wunder brauchen, damit sich noch etwas ändert. Oder eben eine Jugend, die die Vorstellungen ihrer Eltern mutig in Frage stellt und selbst die Initiative ergreift.

Kommentar verfassen