Australien, 2024
Durch das versehentliche Auslösen einer experimentellen Pulswaffe vernichtet ein US-amerikanisches Marineschiff die halbe Ostküste Tasmaniens inklusive der Hauptstadt Hobart. Die Amerikanerin Ava Newman meldet sich beim Freiwilligendienst, der dem Militär hilft, die unzähligen Leichen zu bergen, die das Unglück hinterlassen hat. Doch es gibt Berichte, dass nicht alle Toten auch tot bleiben…
Regisseur und Drehbuchautor Zak Hilditch entwirft direkt zu Beginn ein fast klassisches Zombie-Setting, doch schon die erste Begegnung mit den Untoten zeigt, dass er einen anderen Schwerpunkt setzt als die meisten anderen Vertreter des Genres.
Wer Splatter erwartet, wird von diesem Film enttäuscht werden. Das Motiv der Untoten dient Hilditch vielmehr als Folie, vor deren Hintergrund er sich mit Themen wie Verlust, Trauer und Versöhnung auseinandersetzt. Dazu passend ist das Grauen des Films nicht das von Gewalt, sondern eher psychologischer Natur.
Avas Reise durch die von Kameramann Steven Annis in beeindruckenden Drohnenaufnahmen eingefangene zerstörte Landschaft wird zur Reise zu sich selbst, die der Hauptdarstellerin Daisy Ridley reichlich Gelegenheit gibt, zu zeigen, dass sie auch komplexere Charaktere glaubwürdig verkörpern kann.
Die eine oder andere Sequenz wirkt vielleicht etwas wie eine eigentlich überflüssige Zusage an Genre-Konventionen und das Ende, auch wenn ich weiß, was der Regisseur damit ausdrücken wollte, hat mich nicht so überzeugt, aber nichts destotrotz bleibt „We Bury the Dead“ ein überaus sehenswerter Genre-Beitrag, dem ich zeitweise sogar zugetraut habe, mit aktuellen Klassikern wie den beiden „28 Years Later„-Filmen gleichziehen zu können, aber dazu fehlte dann leider doch noch ein ganzes Stück.

Kommentar verfassen