Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„Good Luck, Have Fun, Don’t Die“

USA, 2025

Bewertung: 3.5 von 5.

Ein seltsam gekleideter Mann (Sam Rockwell) in einem durchsichtigen Regenponcho, mit einem Kinderruck auf dem Rücken und allerlei Drähten an der Kleidung betritt einen Diner und erklärt den Anwesenden (u.a. Juno Temple, Haley Lu Richardson und Michael Peña), die ihn zuerst nicht ernst nehmen, er würde aus der Zukunft kommen, um jetzt und hier Mitstreiter*innen zu rekrutieren, um eben diese düstere Zukunft abzuwenden.
So beginnt Gore Verbinskis „Good Luck, Have Fun, Don’t Die“ und etabliert damit direkt den schrägen Grundtenor, der sich durch den ganzen Film zieht, diese Mischung aus Science-Fiction und Gesellschaftssatire, die sich mit Themen wie Social Media, Virtual Reality und Künstlicher Intelligenz auseinandersetzt.
In Rückblenden erzählt der Film die Vorgeschichte von ein paar jener Menschen, die sich dem Fremden anschließen (ob freiwillig oder nicht), und dabei gelingen Regisseur Verbinski und Drehbuchautor Matthew Robinson einige der bissigsten und zugleich emotional stärksten Momente.
Die wilde Kombination aus mit Splattereffekten gewürzten Actionszenen, Filmzitaten, Gesellschaftskritik und absurder Komik mag nicht immer schlüssig wirken, ist aber überaus unterhaltsam und weitestgehend erstaunlich konsequent umgesetzt.
Dass es dabei nicht zum „Brazil“ für das neue Jahrtausend gereicht hat und auch nicht zu einem neuen „Everything Everywhere All at Once“ liegt vor allem an zwei Dingen.
Zum einen schießt die zentrale Kritik des Films leider an ihrem Ziel vorbei, denn Künstliche Intelligenz ist nicht das Produkt eines Kindes in irgendeinem Keller, sondern das von Techfirmen, die allein von Finanz- und Machtinteressen getrieben werden.
Und zum anderen fehlt dem Film größtenteils das, was er selbst immer wieder als Lösung beschwört: Menschlichkeit.
Daniel Kwan und Daniel Scheinert erbauten ihr Absurditätenkabinett „Everything Everywhere All at Once“ auf einem zutiefst humanistischen Fundament, das sich in glaubwürdigen und im wortwörtlichen Sinne liebenswerten Charakteren manifestierte, doch die Figuren in „Good Luck…“ bleiben trotz über zwei Stunden Laufzeit meistens genau das: Figuren, Typen, die nur viel zu selten zu echten Menschen werden.
So bildet Verbinskis neuer Film ein Sammelsurium aus teilweise guten und originellen Ideen (und weniger originellen), bleibt mir aber am ehesten wohl in Erinnerung wegen Bildern, die eins so noch nie in einem Kinofilm gesehen hat und hoffentlich auch nie wieder sehen wird.




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