DDR, 1972
Ein Soldat hat im Krieg gedient und bekommt dafür nur drei Heller Sold, während die Generäle vom König Orden verliehen bekommen. Als er seinen Unmut darüber kund tut, wird er ins Gefängnis geworfen, wo er auf einen Mann von unglaublicher Stärke trifft. Auf der Flucht aus dem Gefängnis gesellen sich zudem einer, der ganz schnell laufen kann, ein Spielmann, dessen Musik jeden zum Tanzen zwingt, ein Jäger, der jedes Ziel trifft, und eine junge Frau, die ihr Hütchen schief auf dem Kopf trägt, zu ihnen. Gemeinsam treten sie beim Wettkampf um die Hand der Königstochter an.
Das Grimmsche Märchen „Sechse kommen durch die ganze Welt“ gehörte schon in Kindheitstagen zu meinen absoluten Lieblingsmärchen. Wann ich die ein Jahr nach meiner Geburt in den DEFA-Studios entstandene Verfilmung das erste Mal gesehen habe, weiß ich nicht mehr zu sagen.
Gestern lief sie jedoch im MDR als ich zufällig einschaltete und da ich den Film überaus schätze, ließ ich die Gelegenheit ihn mal wieder zu sehen nicht ungenutzt verstreichen.
Regisseur Rainer Simon hat die Geschichte um die Außenseiter mit Superkräften zwar recht frei adaptiert, dafür aber mit allerlei politischer Satire aufgeladen, so sind doch die anfangs erwähnten Generäle des Königs nichts als bemalte Holzpuppen.
Der Cast wird angeführt vom tschechischen Schauspieler und Regisseur Jiří Menzel und besteht auch sonst aus damals namhaften Theater- und Charakter-Schauspieler*innen, was die recht erwachsene Stimmung ebenso unterstreicht wie die kunstvolle Kameraarbeit von Roland Gräf.
Für Kinder mag daher vielleicht die 2014 im Rahmen der ARD-Reihe „Sechs auf einen Streich“ entstandene und ebenfalls überaus gelungene Neuverfilmung „Sechse kommen durch die ganze Welt“ eher geeignet sein, erwachsenen Märchenfilmfans sei die Verfilmung von Rainer Simon jedoch uneingeschränkt empfohlen.
Beide sind zur Zeit übrigens in der ARD-Mediathek zu finden.

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