USA, 2026
Als Kind wird Adam, der Prinz des Planeten Eternia Zeuge, wie der böse Skeletor auf der Suche nach dem Schwert der Macht seine Heimat überfällt und seine Eltern in seine Gewalt bringt. Der Hofzauberin gelingt es, Adam durch ein Portal in Sicherheit zu bringen, zusammen mit dem Schwert der Macht. Und so landet Adam auf der Erde, vorbei er allerdings das Schwert verliert.
Fünfzehn Jahre später arbeitet er in der HR-Abteilung eines Großunternehmens, immer noch auf der Suche nach dem Schwert, in der Hoffnung mit dessen Hilfe nach Eternia zurückkehren zu können. Als er eines Tages die Nachricht erhält „Ich habe dein Schwert gefunden!“ ahnt er noch nicht, dass für ihn nun das größte Abenteuer seines Lebens beginnt… und für mich der größte Spaß, den ich seit langer Zeit im Kino hatte.
Ja, „Masters of the Universe“ ist Blockbuster-Kino, aber verdammt unterhaltsames.
Und ein Blick auf den Regiestuhl verrät auch warum, da saß nämlich Travis Knight, der 2018 mit „Bumblebee“ das Kunststück fertigbrachte, einen sehr guten Transformers-Kinofilm zu drehen. Nostalgische Spielzeug-Franchises zu neuem, modernen Leben zu erwecken scheint seine Superkraft zu sein.
Er verfügt dabei über das richtige Gespür dafür, wann er seine Figuren, egal wie absurd sie erscheinen mögen, ernst nehmen muss und wann er ausgiebig in Selbstironie baden kann.
Hinzukommen tolle Spezialeffekte und knackig inszenierte Actionszenen und Darsteller*innen, die sichtlich Spaß an ihren Rollen hatten, unter ihnen Nicholas Galitzine als Adam/He-Man, Camila Mendes als Teela, Idris Elba als Man-at-Arms und Alison Brie als Evil-Lyn. Von Jared Leto als Skeletor ist glücklicherweise nur die Stimme zu hören.
Die kritische Auseinandersetzung mit Männlichkeitsbildern, wie sie die Spielzeuge ja damals teils selbst propagierten, habe ich in dieser Form (und diesem Film) so nicht erwartet, aber mit Zufriedenheit zur Kenntnis genommen.
Gekrönt wird das Ganze übrigens vom endgeilen (bitte verzeiht diesen Ausdruck zur späten oder eher frühen Stunde) Gitarrenspiel von Brian May himself!
Und der augenzwinkernde und zugleich herzerwärmende Cameo-Auftritt von Dolph Lundgren, der in der Realverfilmung von 1987 den He-Man gespielt hatte, sowie die Mid-Credit-Sequenz, in der die Rückkehr von … ja, genau… angeteasert wird, waren für mich die kandierten Kirschen auf dem Sahnehäuptchen dieses erfrischenden, bunten Eisbechers der Kinounterhaltung.
Mist, jetzt muss ich nochmal ans Tiefkühlfach, dabei sollte ich doch eigentlich längst im Bett liegen.

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