Finnland, 2008
Im Jahr 1595 sind zwei Brüder, der Soldat Erik und der Kartograf Knut Mitglieder des schwedischen Teils einer Kommision, die am Ende des Schwedisch-Russischen Krieges den Verlauf der Grenze zwischen dem von Schweden beherrschten Finnland und dem russischen Zarenreich festlegen und aufzeichnen sollen. Inmitten eines unzugänglichen Sumpfgebietes stoßen sie auf ein Dorf, in dem ein seltsames Gebäude steht, eine Sauna, in der man, so heißt es, sich von seinen Sünden reinwaschen kann.
Mag der Titel des Films, der in anderen Ländern auch als „Dirt“ oder „Rise of Evil“ vermarktet wurde, auf den ersten Blick etwas albern wirken, so ist der Film tatsächlich das genaue Gegenteil davon.
Eingefangen von Kameramann Henri Blomberg in teils betörend schönen, dann wieder verstörenden Bildern mit reduzierten Farben und getragen von den differenzierten und glaubwürdigen Darstellungsleistungen von Ville Virtanen und Tommi Eronen erzählt Regisseur Antti-Jussi Annila eine düster-beklemmende Geschichte von Schuld und Sühne, die sich Elementen des Horrorfilms bedient (und darin wirkungsvoller ist als so mancher „echter“ Horrorfilm).
Wer Action oder Gewalt sucht (die 18er Freigabe der DVD/Bluray ist dem enthaltenen Trailermaterial geschuldet, der Film selbst ist ab 16) ist hier definitiv falsch, wer Freude hat an ambivalenten Charakteren, philosophisch-religiösen Fragestellungen (und damit leben kann, dass sie unter Umständen nicht beantwortet werden) sowie schleichend-sinistrer Atmosphäre, wird in diesem finnischen Film, der sowohl im Originalton mit deutschen Untertiteln als auch als deutsche Synchronisation vorliegt, ein leider nahezu unbekanntes Kleinod entdecken können.

Kommentar verfassen