Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„Lanterns“ – Staffel 1

USA, 2026, 8 Folgen, HBO Max

Bewertung: 4.5 von 5.

Obwohl ich seit meiner Kindheit und Jugend eifriger Comicleser war, angefangen mit „Asterix“ und „Lustigen Taschenbüchern“ und später den franko-belgischen Comic-Künstlern um Enki Bilal, Pierre Christin, Jean-Claude Mézières, Hulét, etc., fand ich zu Superhelden-Comics erst viel später den Zugang. Und „Green Lantern“ blieb mir irgendwie immer verschlossen, zu albern war mir die Idee, um die Fähigkeit, beliebige, meist übergroße Gegenstände aus grünem Licht erschaffen zu können.
Und die Verfilmung von 2011 mit Ryan Reynolds war dann auch die filmische Verkörperung all dessen, was ich an den Comics furchtbar und uninteressant fand.
Erst die ironisch gebrochene und zugleich überhöhte Interpretation von Guy Gardner durch Nathan Fillion in „Superman“ wusste mir zu gefallen.
Als dann eine „Lanterns„-Fernsehserie angekündigt wurde, war mein Interesse eher verhalten und erst ein guter Freund überredete mich, ihr eine Chance zu geben.
Der lang gediente Träger des Lantern-Rings Hal Jordan soll seinen Nachfolger, den Schwarzen Marine und ehemaligen Architekten John Stewart anlernen, während er gleichzeitig versucht, einen Mehrfach-Mord in der kleinen Stadt Rushville in Nebraska aufzuklären, von dem er glaubt, dass er mit Aliens in Verbindung steht.
Auf mehreren Zeitebenen erzählt Showrunner Chris Mundy eine komplexe und überaus düstere Geschichte, die weniger auf Superhelden-Action und Spezialeffekte als vielmehr auf interessante und ambivalente Charaktere setzt und mehr Mystery- und Detective-Serie als Comicverfilmung ist.
Kyle Chandler ist schlichtweg großartig als lakonischer Hal Jordan und harmoniert ganz wunderbar mit dem Theaterschauspieler Aaron Pierre als seinem designierten Nachfolger John Stewart.
Mit Kelly MacDonald als Sheriff Kerry Kane und Poorna Jagannathan als Zoe Macon, Frau des lokalen Großgrundbesitzers Will Macon, verfügt die Serie zudem über zwei glaubwürdige und tiefgründige Frauenfiguren.
Und Nathan Fillion darf in seinen Gastauftritten beweisen, dass sein Guy Gardner nicht nur zum Comic Relief taugt.
Wo ich mich bei „Spider-Noir“ noch beschwert hatte, dass sie zu viel Möchtegern-Noir und zu wenig Superhelden-Serie war, ist es bei „Lanterns“ genau andersrum, liegt für mich ihre Stärke doch gerade im Verzicht auf das Comichafte. Dabei gelingt es ihr aber auch deutlich überzeugender, das stattdessen ausgewählte Genre zu bedienen.
Und die Düsternis, die über der Serie liegt, ergibt sich nicht nur oberflächlich aus der eindringlichen Bildgestaltung der Kameraleute Florian Hoffmeister, Gregory Middleton und Armando Salas, sondern hat ihren Ursprung in der Geschichte selbst und dem Schicksal der detailliert herausgearbeiteten Charaktere.




Ein Kommentar zu „„Lanterns“ – Staffel 1“

  1. Avatar von dependablenoisily5019013332
    dependablenoisily5019013332

    Ich war so begeistert von der Serie/Staffel! Ganz große Gefühle, von funny über wütend über betroffen über angespannt überlegend. Mein Comic-Geschmack liegt auch deutlich neben den großen Superheld*innen-Serien, aber auf diese Weise nehm ich sie gern.

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