Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„Superman“

USA, 2025

Bewertung: 4 von 5.

James Gunn verzichtet in „Superman“ glücklicherweise darauf die Origin-Story seines Titelhelden ein weiteres Mal zu erzählen. Stattdessen lässt er nur ein paar Eckpunkte als Texttafeln über die Leinwand flackern bevor er direkt ins Geschehen springt, zu Supermans erster Niederlage.
Sicherlich nicht der Einstieg, den viele für den Neuanfang von DCs berühmtesten Superhelden erwartet haben und eine der mutigeren Entscheidungen des Regisseurs und Drehbuchautors.
Eins direkt vorweg: Gunn erfindet das Genre nicht neu, wer mit Superheldenfilmen generell nichts anfangen kann, wird auch durch diesen nicht zum Fan, wer dank der Übersättigung des Genres in den letzten Jahren die Lust daran verloren hat, könnte sie hier vielleicht wiederfinden, und wem die Snyder-Version des DC-Universums immer zu düster war, ist hier allerdings definitiv richtig.
Was „Superman“ für mich sehenswert gemacht hat, sind vor allem die Schauspieler*innen. Nicht dass James Gunn jetzt plötzlich Schauspielkino machen würde oder die Charaktere besonders tiefgehend wären (da hat seine Fernsehserie „Peacemaker“ im Vergleich tatsächlich ein bisschen die Nase vorn), aber wie schon bei den „Guardians of the Galaxy“ beweist er auch hier ein gutes Casting-Händchen. Angefangen mit David Corenswet in der Titelrolle, der sowohl als Superman als auch als sein Alter Ego Clark Kent eine gute Figur macht, und Rachel Brosnahan, die eine wunderbare Lois Lane abgibt, die viel mehr sein darf als nur Love Interest, über Nicholas Hoult, mit dem ich ja regelmäßig so meine Probleme habe, der hier als Lex Luthor aber für mich die beste Interpretation der Rolle seit Michael Rosenbaum in „Smallville“ abliefert (wenn auch deutlich comichafter) bis zu Edi Gathegi als Mister Terrific und Nathan Fillion, der als herrlich arroganter Green Lantern Guy Gardner den Comic Relief geben darf. Diese Aufgabe teilt er sich im Übrigen mit Krypto, dem wuscheligen Begleiter Supermans in Hundegestalt.
Handlungstechnisch ist das zwar fast alles Superhelden-Standardware mit ein paar netten Wendungen und einer Menge Fanservice, hat aber insgesamt das Herz am rechten Fleck und weiß mit augenzwinkerndem Charme deutlich besser zu unterhalten als die letzten Versuche des großen Konkurrenten Marvel („Thunderbolts*“ mal ausgenommen).



One response to “„Superman“”

  1. […] Erzählung der Origin-Story verzichtet „First Steps“ ganz ähnlich wie der neue „Superman“ zum Glück ebenfalls. Die Spezialeffekte sind größtenteils sehr stimmig und mitunter sogar […]

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