Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„Saint Ange“ / „Saint Ange – Haus der Stimmen“

Frankreich, 2004

Bewertung: 4.5 von 5.

Vier Jahre vor „Martyrs„, mit dem Regisseur und Drehbuchautor Pascal Laugier den französischen Horrorfilm der frühen 2000er Jahre, auch gerne als „New French Extremity“ bezeichnet, prägen sollte wie kaum ein zweiter, drehte er mit „Saint Ange“ seinen Debütfilm, um die junge Anna, die im Jahr 1958 trotz ihrer Schwangerschaft eine Stelle als Dienstmädchen in einem Waisenhaus in den französischen Alpen antritt.
Das Waisenhaus steht kurz davor wegen des tragischen Todes eines Jungen geschlossen zu werden und so sind neben Anna nur noch die polnische Köchin Helenka und die ehemalige Waise Judith dort. Letztere erzählt Anna jedoch, dass noch andere Kinder im Waisenhaus seien. Kinder, mit denen sie damals im Krieg dorthin gekommen sei…
Laugiers Erstlingswerk hebt sich von ähnlich gelagerten Filmen durch die überaus elegante Kameraarbeit von Pablo Rosso und die betörende Musik von Joseph LoDuca ebenso positiv ab wie durch das feinfühlige Schauspiel seiner beiden Hauptdarstellerinnen Virginie Ledoyen und Lou Doillon (der Tochter von Jane Birkin).
Ganz ähnlich wie Guillermo del Toro in seinem Debüt „The Devil’s Backbone“ verbindet Laugier seine Geistergeschichte mit geschichtlichen Hintergründen um die Folgen des Krieges für Kinder, wobei er wohlweißlich auf Gewaltdarstellung verzichtet und sich ganz auf die Atmosphäre des alten Gebäudes und den sich langsam aufbauenden psychologischen Schrecken verlässt, dem er gegen Ende noch einen metaphysischen Touch verleiht.
Die deutsche Blu-ray enthält die englische Sprachfassung und die deutsche Synchronisation, gedreht wurde der Film wohl sowohl auf Englisch als auch Französisch.



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