USA, 2024
Von all den „Joaquin Phoenix-spielt-gebrochene-Charaktere„-Filmen der letzten ich weiß nicht wie vielen Jahre war mir Todd Phillips‘ „Joker“ eigentlich immer der liebste. Um die Fortsetzung „Joker: Folie à Deux“ habe ich jedoch recht lange einen Bogen gemacht und ihn mir tatsächlich erst jetzt, wo er auf Netflix läuft, angeschaut und war ausgesprochen positiv überrascht.
Eigentlich hätte es für mich keine Fortsetzung geben müssen und auch die Ankündigung, dass es sich um ein „Musical“ handelt würde, ließ meine Vorfreude seinerzeit nicht gerade steigen.
Doch ich muss sagen, dass die Jukebox Musical-Szenen, also die Neuinterpretationen bekannter Titel, erstaunlich gut funktionieren, wobei sich Phillips aber auch sichtlich Mühe gegeben hat, diese sinnhaftig und emotional unterstützend in die Handlung einzugliedern, was mir mal wieder zeigt, dass mein von mir viel zitiertes Problem mit Musicals nicht am Genre selbst liegt, sondern schlichtweg daran, dass mir die Musik oftmals einfach nicht zusagt.
Dass Phoenix neben Lady Gaga als Harleen „Lee“ Quinzel aka Harley Quinn gesanglich den Kürzeren ziehen würde, war nicht anders zu erwarten, aber die beiden ergänzen sich ansonsten (vor allem auch schauspielerisch) ganz wunderbar und machen den Film, neben der erneut famosen Kameraarbeit von Lawrence Sher und ebensolchen Musik von Hildur Guðnadóttir zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Und als Schmankerl gibt es am Anfang einen an die Looney-Tunes-Reihe angelehnten Zeichentrickkurzfilm, in dem der Joker so seine Probleme mit seinem sehr eigensinnigen Schatten hat.
Ganz klare Schauempfehlung, gerade auch für Leute, die sonst nichts mit Musicals oder Comicverfilmungen anfangen können.

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