Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„The Righteous“

Kanada, 2021

Bewertung: 4.5 von 5.

The Righteous“ ist (abgesehen von zahlreichen Kurzfilmen) die erste und bisher einzige Regiearbeit des kanadischen Schauspielers Mark O’Brien („Ready or Not“), in der er zugleich auch eine der drei Hauptrollen übernommen hat.
Der ehemalige Priester Frederic Mason und seine Frau Ethel betrauern den Tod ihrer Adoptivtochter Joanie. Insbesondere Frederic kann den Verlust nur schwer überwinden und hat immer wieder Visionen des Mädchens. Eines Abends findet er im Garten des allein stehenden Hauses einen verletzten jungen Mann namens Aaron, den er entgegen erster Zweifel bei sich aufnimmt. Ethel scheint froh darüber zu sein, wieder jemanden im Haus zu haben, um den sie sich kümmern kann, doch irgendetwas stimmt nicht Aaron…
Anstatt des zu erwartenden Home-Invasion-Thrillers entwickelt O’Brien seinen Film zu einem intensiven Kammerspiel, das neben der starken Schwarzweiß-Kameraarbeit von Scott McClellan vor allem vom differenzierten Spiel der drei Hauptdarsteller*innen lebt, wobei sich O’Brien zwischen den Charaktermim*innen Henry Czerny und Mimi Kuzyk als mehr als ebenbürtig erweist.
Deutlich inspiriert von Ingmar Bergmann und gespickt mit zurückhaltenden aber umso wirkungsvolleren übersinnlichen Elementen ist Mark O’Brien eine interessante Studie über Glaube und Rechtschaffenheit, über Sünde und Vergebung gelungen, die bis zur letzten Einstellung und zum letzten Ton zu fesseln weiß.



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