USA, 1998
Zorro war einer der großen Helden meiner Kindheit, dank der damals als „Western von Gestern“ ausgestrahlten Serials wie „Zorro reitet wieder“ oder „Zorros Legion reitet wieder“ und des unvergleichlichen Klassikers „Im Zeichen des Zorro“ mit Tyrone Power, der ebenfalls in schöner Regelmäßigkeit im Fernsehen zu sehen war.
Dementsprechend skeptisch war ich, als sich Martin Campbell 1998 mit „Die Maske des Zorro“ an eine Neu-Interpretation des Stoffes wagte, doch ich sollte positiv überrascht werden. Genauso positiv überrascht wie ich jetzt bei der Neusichtung anlässlich der Veröffentlichung als 4K-Steelbook war, ist der Film doch erstaunlich gut gealtert und unterhält immer noch ganz hervorragend, was neben der großartigen Darstellendenriege vor allem auch am temporeichen und selbstironischen Drehbuch von John Eskow, Ted Elliott und Terry Rossio liegt. Die beiden letzteren sollten fünf Jahre später mit „Pirates of the Caribbean“ ihren wohl größten Erfolg feiern und tatsächlich findet sich vieles, was das Piratenabenteuer ausmacht, auch schon in ihrem Zorro-Skript, nur (ehrlich gesagt) besser.
Die Dialoge sind noch pointierter und die Action ist bodenständiger und glaubwürdiger, aber nicht weniger beeindruckend.
Antonio Banderas ist die Idealbesetzung für den draufgängerischen Gauner, der vom gealterten Zorro (gleichwohl brillant: Anthony Hopkins) zu seinem Nachfolger ausgebildet wird, und Stuart Wilson und Matt Letscher geben als Don Rafael Montero und Capt. Harrison Love zwei wunderbar hassenswerte Bösewichter ab und Catherine Zeta-Jones darf sogar ein bisschen mehr sein als nur der Love-Interest des Helden, was damals nicht vielen Frauenfiguren vergönnt war.
Alles in allem immer noch ein großer Spaß, der aus den Mantel-und-Degen-Filmen seiner Zeit positiv heraussticht und dank der neuen Restaurierung so gut aussieht wie nie zuvor.

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