Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„American Primeval“

USA, 2025, Miniserie, 6 Folgen, Netflix

Bewertung: 3 von 5.

Seit Anfang des Jahres läuft auf Netflix die von Peter Berg („Battleship„, „Lone Survivor„) inszenierte Western-Serie „American Primeval“ (zu deutsch etwa soviel wie „Amerikanische Urzeit„), in der eine Frau während des Utah-Krieges zwischen den Mormonen und der US-Regierung versucht, unter Führung des Trappers Isaac Reed mit ihrem Sohn zu dessen Vater jenseits der Rocky Mountains zu gelangen.
Regisseur Peter Berg und Drehbuchautor Mark L. Smith sind dabei sichtlich bemüht, das Ganze möglichst düster, brutal und nihilistisch als Krieg und nicht nur als Western zu erzählen.
Allerdings bleiben dabei die Gewalt und auch der Nihilismus reine Gestaltungs- und Unterhaltungselemente, die auf kurzfristige Schockmomente setzen, aber beim Publikum keine wirkliche Betroffenheit auslösen wie z.B. Ralph Nelsons „Soldier Blue“ („Das Wiegenlied vom Todschlag„) über das Sand-Creek-Massaker oder (um die Thematik von Kindern im Krieg aufzugreifen) Elem Klimows „Komm und sieh!„, deren schonungslose aber eben nicht voyeuristische Bilder menschlicher Grausamkeit sich tief in die Netzhaut des Publikums einbrennen.
Die Serie präsentiert uns zudem drei weibliche Charaktere, die Hauptfigur Sara Roswell, die frisch verheiratete Mormonin Abish und die junge Native Two Moons, die zwar alle als vermeintlich starke Frauenfiguren eingeführt werden, zu denen dem Drehbuchautor dann aber sowohl erzählerisch als auch im Bezug auf Charakterzeichnung oder gar -entwicklung doch relativ wenig einfällt. Fairerweise muss jedoch gesagt werden, dass dies auf alle Figuren der Serie zutrifft, allein die teilweise wirklich guten Schauspielleistungen vermögen kurzzeitig darüber hinwegtäuschen.
Aber letztendlich ist „American Primeval“ selbst als Miniserie zu lang für das, was sie zu erzählen (überraschend wenig Neues) oder gar zu sagen hat (noch weniger). Ein Zwei-Stunden-Film hätte sicherlich es auch getan.
Für mich bleibt als Resultat, dass ich versuchen werde den Film „Hoard“ aufzutreiben, für den Saura Lightfoot-Leon, die hier die Mormonin Abish spielt, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde.



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