Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„The Hatred“

USA, 2018

Bewertung: 3 von 5.

Eine Gruppe versprengter Soldaten im amerikanischen Bürgerkrieg bittet bei einer Witwe und ihren beiden Töchtern um Proviant. Als sie nur ein paar Kartoffeln bekommen, planen sie, sich mehr mit Gewalt zu holen, doch einer von ihnen ist dagegen und versucht sie aufzuhalten, was er mit dem Leben bezahlt. Die jüngste Tochter überlebt den Überfall nur, weil sie gerade nicht zu Hause ist, und als sie ihre Mutter und Schwester bei ihrer Rückkehr tot auffindet, schnappt sie sich die Revolver ihres im Krieg gefallenen Vaters und geht auf Rachefeldzug. Unterstützung bekommt sie dabei von dem getöteten Soldaten, den sie von den Toten zurückholt.
John Adams 2018 entstandener Independent-Film „The Hatred“ ist einer der wenigen mir bekannten Versuche das Genre des Westerns mit Horror-Elementen zu vermengen, was erstaunlich gut funktioniert.
Der Film mag seine Schwächen haben, ist sich aber durchaus bewusst, dass die Rachestory nicht über anderthalb Stunden trägt, weswegen auch schon nach 60 Minuten Schluss ist.
Die Kameraarbeit ist, wie eins es auch von den späteren (dann im ganzen Familienverbund entstandenen) Werken wie „The Deeper You Dig“ und „Hellbender“ gewohnt ist, für einen Amateurfilm ausgesprochen stimmungsvoll. Zelda Adams spielt die Rolle der Tochter auf Rachefeldzug zwar sehr zurückhaltend aber doch recht überzeugend, allein die von ihr als Erzählerin vorgetragenen Zeilen wirken etwas monoton und hätten bei entsprechender Betonung sicherlich dazugewonnen.
Auch wenn er an den thematisch ähnlich gelagerten „Outlaws and Angels“ von JT Mollner selbstverständlich nicht heranreicht, dem allerdings die übersinnliche Komponente fehlt, so ist mir „The Hatred„, der, wie die meisten Werke der Adams-Family (John Adams, Toby Poser, Zelda und Lily Adams) leider nur in den USA überhaupt verfügbar ist, in seiner Unperfektheit tausendmal lieber und sympathischer als die meisten Billig-Horrorwerke, die eins sonst so in die Streamingdienste und DVD-Regale gespült bekommt.



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