Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„One Piece“ – 1. + 2. Staffel

USA, Japan, 2023-2026, je 8 Folgen, Netflix

Bewertung: 4.5 von 5.

Woran eins merkt, wie die Zeit verfliegt?
Zum Beispiel daran, dass die erste Staffel von „One Piece“ schon zweieinhalb Jahre her ist.
Anlässlich der Veröffentlichung der zweiten Staffel, hab ich mal mein damaliges Review aus den Tiefen von Facebook geborgen und um meinen Eindruck zu den neuen Folgen ergänzt.
Natürlich hatte ich von „One Piece“ schon gehört, aber weder den Manga von Eiichirō Oda gelesen, noch die Anime-Serie gesehen. Also wusste ich nicht so genau, was mich erwarten würde, außer dass es um Piraten geht, aber das allein war ja schon Grund genug, mal einen Blick zu riskieren.
Wie mir viele langjährige Fans des Mangas und Animes bestätigten, ist die Umsetzung überaus werkgetreu, bis zur 1:1-Umsetzung ikonischer Momente, aber ich kann auch sagen, dass ich als Unwissender ebenfalls großen Spaß an der ersten Staffel hatte, die ich in 3 Tagen weggebingt habe.
Die Story um den Jungen Monkey D. Luffy, der König der Piraten werden will, ist nicht allzu komplex, aber auch nicht platt, eine schöne Mischung aus Pirate-of-the-Week-Stories und den staffelüberspannenden Charakter-Arcs, zusätzlich durch Rückblenden in die Kindheit der Hauptfiguren durchbrochen.
Das Ganze ist actionreich und mit pointierten Dialogen inszeniert und über allem schwebt, trotz aller Probleme und Schicksalsschläge, eine ungeheure Feel-Good-Stimmung, die nicht zuletzt von dem jungen mexikanischen Schauspieler Iñaki Godoy transportiert wird, der Luffy mit gewinnendem Grinsen und einem Leuchten in den Augen spielt, das sich mühelos auf die Zuschauer*innen überträgt.
Die zweite Staffel, die ich in einem Tag, bzw. einer Nacht geschafft habe (allein dies mag als Qualitätsurteil dienen), fühlte sich für mich insbesondere am Anfang noch etwas ernster an, gerade die zweite Folge „Good Whale Hunting“ mit ihrer doch sehr melancholischen Stimmung und die actiongeladene dritte Folge „Whiskey Business„, die bei mir den Eindruck verstärkte, dass in der zweiten Staffel deutlich mehr und ausdrücklicher gestorben wird.
Die neu hinzugekommenen Charaktere, die auch für ordentlich Verstärkung an der weiblichen Front sorgen, gefallen mir ausnahmslos sehr gut, zumal sie das reine Gut-Böse-Schema hier und da aufbrechen. Besonders gefreut habe ich mich über den Auftritt des von mir sehr geschätzten David Dastmalchian („Late Night with the Devil„) als „Mr. 3“, der (wie alle anderen Darsteller*innen auch) sichtlich genauso viel Spaß daran hatte, zur lebendigen Animefigur zu werden, wie ich, ihnen dabei zuzuschauen.
Wie überhaupt eine der großen Stärken der Serie darin liegt, dass sie eben nicht versucht, ihre Manga- und Anime-Herkunft zu verstecken, sondern diese ganz bewusst zelebriert.
So inszeniert würde ich mich riesig über eine „Sailor Moon„-Adaption freuen, die damals mein persönlicher Lieblingsanime war.
Ach ja, und bevor ich es vergesse: Tony Tony Chopper ist soooo süß!
Und jetzt heißt es, auf die dritte Staffel warten, die bereits bestätigt ist.



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