Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„Dracula: A Love Tale“ / „Dracula – Die Auferstehung“

Großbritannien, Frankreich, 2025

Bewertung: 1 von 5.

Bei meinem Review zu Robert Eggers letztjähriger „Nosferatu„-Neuverfilmung hatte ich geschrieben, dass ich ihn „wie erwartet furchtbar“ fand. Luc Besson hat nun mit „Dracula: A Love Tale“ das Kunststück fertiggebracht, meine ohnehin nicht vorhandenen Erwartungen noch zu untertreffen.
Was als schlechte Francis Ford Coppola-Fanfiction beginnt, wird mit fortschreitender Laufzeit immer belangloser und lächerlicher.
Ikonische Figuren und Themen der Vorlage wie Draculas Bräute und die Überfahrt der Demeter wegzulassen, haben ja schon Adaptionen gemacht, aber es sind gerade die Ergänzungen, die Besson vornimmt, die den Film eins ums andere ins (un)absichtlich Komische abgleiten lassen und zwar nicht im Sinne von Camp oder gar Trash (für beides habe ich ein großes Herz) sondern schmerzhaft über die Grenze zur Parodie hinaus.
Da wäre zum einen die Übernahme des Motivs des verführerischen Parfüms aus Patrick Süsskinds „Das Parfüm„, dessen sich Dracula bedient, offensichtlich da es ihm an verführerischer Ausstrahlung mangelt. Und wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht (die letzte Sichtung ist schon zu lange her), zitiert Bessons Kameramann Colin Wandersman sogar den Kameraflug aus Tom Tykwers Parfüm-Verfilmung auf die auf der Brücke gelegene Parfümerie zu.
Und endgültig verlassen hat es mich bei den recht knuffig anzusehenden und deutlich computeranimierten Gargoyles, die Draculas Schloss als seine Diener bevölkern. Warum???
Und über Elisabethas bzw. Minas Rolle will ich erst gar nicht anfangen, sonst rege ich mich nur wieder auf. Mehr als Objekt der Begierde darf sie bei Besson nämlich nicht sein. Aber es ist jetzt auch nicht so als hätte irgendeine andere Figur mehr Charakter. Auch der von Christoph Waltz als van Helsing-Ersatz dargestellte Priester nicht, was Waltz dazu veranlasst (wie immer, wenn ein Drehbuch ihm zu wenig bietet), lieber sich selbst zu spielen.
Der Rest der Darstellenden war mir weitestgehend unbekannt, bis auf den Dracula-Mimen Caleb Landry Jones, der mir in Bessons vorherigem Film „Dogman“ aber weitaus besser gefallen hatte. Jedoch hat auch von ihnen niemand einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.
Und dass der Soundtrack von Danny Elfman komponiert wurde, muss man auch dranschreiben, von seiner einzigartigen Kunstfertigkeit ist hier nichts zu hören oder gar zu spüren.
So bleiben ein, zwei schöne Kamerabilder, die aber nicht für die restlichen zwei Stunden Lebenszeit entschädigen.
Ich würde mich ja blitzdingsen lassen, aber das würde ja nur dazu führen, dass ich ihn meiner masochistischen Neugier (und meiner Liebe für das Vampirmotiv) nochmal gucken und durchleiden würde.
Möge mir dieses Review als Erinnerung und Warnung dienen, von manchen Filmen vielleicht doch einfach besser die Finger zu lassen.



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