Italien, 1961
Erik und Eron, die beiden Söhne des Wikingerhäuptlings Harald, werden bei einem Überfall des Engländers Ruthford als Kinder getrennt. Der eine bleibt bei den Wikingern, während der andere in England als Edelmann heranwächst. Zwanzig Jahre stehen sie sich als Feinde wieder gegenüber, ohne einander zu erkennen.
Mario Bavas „Gli invasori“ ist ein inoffizielles und teilweise recht loses Remake des drei Jahre zuvor erschienen Hollywood-Spektakels „Die Wikinger“ von Richard Fleischer mit Kirk Douglas und Tony Curtis.
Mit solcher Starpower kann der italienische Film natürlich nicht aufwarten, obwohl Cameron Mitchell, der hier Douglas‘ Rolle übernimmt, damals sicherlich kein Unbekannter war. Sein Gegenpart George Ardisson hingegen stand genau wie die deutschen Zwillinge Alice und Ellen Kessler noch am Anfang der Filmkarriere.
Hatte sich Fleischer nach eigenen Angaben zumindest um Authentizität und Realismus bemüht, vermischen Bava und seine Drehbuchautoren in der Geschichte munter populäre Vorstellungen über Wikinger mit römischen Glaubenselementen, handelt es sich doch bei von den Kessler-Zwillingen dargestellten Priesterinnen Daya und Rama um Vestalinnen, zu einem kunterbunten Fantasiegemenge.
Menschen, die bei solchen Filmen authentische Darstellungen erwarten, werden sich wahrscheinlich allein bei der Vorstellung mit Schmerzen am Boden winden. Wer jedoch darüber hinwegschauen kann, wird mit einem knackig inszenierten und geradezu prachtvoll gefilmten Abenteuerfilm belohnt, der eine ganze Menge Spaß macht und seinem amerikanischen Vorbild in ein, zwei Punkten, wie z.B. seinen weiblichen Figuren sogar überlegen ist.
Der gelernte Kameramann Mario Bava beweist hier erneut, wie dank kunstvoller Ausleuchtung und geschickter Kameraarbeit ein Low-Budget-Film zu viel mehr werden kann. Die von Arrow Films vor ein paar Jahren aufwendig restaurierte Fassung ist jetzt auch in Deutschland erhältlich, veröffentlicht von Wicked Vision im Rahmen ihrer Italo Cinema Collection.

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