USA, 2026
Kara Zor-El, die Cousine von Superman Kal-El, hat sich mit ihrem Hund Krypto auf einen Planeten mit einer roten Sonne zurückgezogen, um dort ausgiebig ihren 21. Geburtstag zu feiern, verliert sie doch dort ihre Superkräfte und kann angemessen betrunken werden.
Als das Mädchen Ruthye Marye Knoll versucht sie anzuheuern, ihr zu helfen, sich an dem Briganten Krem von den Gelben Hügeln zu rächen, der ihre Familie getötet hat, lehnt Supergirl zuerst ab.
Erst als ihr Hund Krypto von Krem mit einem vergifteten Pfeil verwundet wird und sie nur drei Tage Zeit hat, um von Krem das Gegengift zu bekommen, erklärt sie sich bereit, Ruthye zu helfen.
Craig Gillespies „Supergirl“ wurde im Vorfeld als Verfilmung der Comic-Miniserie „Supergirl: Woman of Tomorrow“ des Autoren/Zeichnerinnen-Gespanns Tom King und Bilquis Evely angekündigt und bin sehr froh, dass ich den Comic erst gelesen habe, nachdem ich den Film gesehen habe, greift dieser doch nur die drei Hauptfiguren und die Ausgangssituation des Comics auf.
Zugegebenermaßen wäre eine werkgetreue Verfilmung der sich ganz auf die beiden weiblichen Protagonistinnen konzentrierten Geschichte mit ihrer lyrischen Sprache und den von Moebius und Jean-Claude Mézières‘ „Valerian und Veronique“ inspirierten Zeichnungen fremder Welten ein sehr mutiges und mit Sicherheit zum Scheitern verurteiltes Unterfangen gewesen, ist sie doch denkbar weit von den üblichen Vorstellungen über Superhelden-Comics (und dem vermeintlichen Erfolgsrezept für Comicverfilmungen) entfernt.
Leider füllt das Drehbuch von Ana Nogueira die freigewordenen Stellen in der krampfhaften Bemühung um eine äußerlich düstere Atmosphäre mit altbekannten Klischees und Themen aus „Mad Max“ und artverwandten Filmen auf, weiß mit ihnen aber auch so recht nichts anzufangen.
Und die Auftritte von Jason Momoa als Lobo, der im Comic wohl ursprünglich vorkommen sollte, es aber aus beim Lesen sehr nachvollziehbaren Gründen nicht tut, wirken auf mich eher so, als traue man, im Gegensatz zur Vorlage, einer rein aus weiblicher Perspektive erzählten Geschichte nicht.
Was den Film für mich rettet, ist die wunderbare Milly Alcock, deren ruppiger und cooler Gegenentwurf zum stets korrekten Superman einfach Spaß macht. Sie beweist dabei ein großes Talent sowohl für die witzigen als auch für die ergreifenden, vor allem aber die coolen Momente, hätte aber einfach einen originelleren und besseren Film verdient. Den ikonischen Mantel trägt Supergirl im Comic übrigens tatsächlich nur in wenigen Panels ganz zu Anfang, und ihn länger beizubehalten gehört für mich zu den wenigen positiven Veränderungen gegenüber der Vorlage.

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