Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„Wir sind die Nacht“

Deutschland, 2010

Bewertung: 4.5 von 5.

Die 20jährige Lena schlägt sich mit kleinen Diebstählen durchs Leben. Als sie einen russischen Zuhälter beklaut, macht sie die Bekanntschaft des jungen Kommissars Tom, der sich in sie verguckt. In der folgenden Nacht erweckt Lena zudem das Interesse von Louise, einer Jahrhunderte alten Vampirin, die sich im Gegensatz zu dem Polizisten direkt nimmt, was ihr gefällt, und Lena beißt, die somit gezwungenermaßen zum Mitglied ihrer Vampirinnenclique wird.
Regisseur Dennis Gansel inszeniert seinen Film, zu dem er die Grundidee schon in seiner Zeit als Filmstudent hatte, als pulsierende Mischung aus Liebesgeschichte, Großstadtfilm und Horrorthriller und beweist damit, dass gutes und intelligentes Genrekino aus Deutschland möglich ist.
Einerseits verkörpern die Vampirinnen eine cool inszenierte Art von weiblicher Selbstermächtigung, sind aber gleichzeitig überaus ambivalent gezeichnet, was den Schauspielerinnen Nina Hoss als Louise, Jennifer Ulrich als ehemaliger Stummfilmstar Charlotte und Anna Fischer als flippiges Partygirl Nora genug Raum für eindringliche Charaktermomente gibt.
Karoline Herfurth beweist als Lena erneut, warum sie bereits damals als eine der interessantesten Schauspielerinnen ihrer Generation galt, und Max Riemelt gibt mit der im eigenen Mischung aus Melancholie und Jungenhaftigkeit einen sympathischen männlichen Gegenpol und Love-Interest ab.
Unterlegt von einem treibenden Elektrosoundtrack und gekleidet in die stylischen Berlinbilder seines Stamm-Kameramanns Torsten Breuer ist Dennis Gansel mit „Wir sind die Nacht“ ein toller, moderner Vampirfilm gelungen, der trotz seines Erfolges leider nicht für einen Aufschwung im deutschen Genrefilm sorgte.



Ein Kommentar zu „„Wir sind die Nacht““

  1. Avatar von dependablenoisily5019013332
    dependablenoisily5019013332

    Ich hab den Film damals *geliebt* … Muss ich unbedingt noch mal anschauen. Danke für den Impuls, Oliver!

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