Frankreich, 1963
Hat mich ein*e Schauspieler*in in einem Film ganz besonders begeistert, wie im vorliegenden Fall Anna Karina mit ihrer Glanzleistung in „Die Nonne„, so bin ich immer auch versucht, möglichst viel vom künstlerischen Schaffen dieser Person in mich aufzusaugen.
Da kam mir die hierzulande frisch erschienene Veröffentlichung des 1963 unter der Regie von Pierre Gaspard-Huit entstandenen Abenteuerfilms „Scheherazade“ gerade recht.
Im Jahr 809 entsendet Karl der Große Botschafter zu Harun-al-Raschid, dem Kalifen von Bagdad, um von ihm den freien Zugang zum Grab Christi zu erbitten. Auf dem Weg dorthin finden sie in der Wüste eine sterbende Frau, die Dienerin von Scheherazade, die von Banditen entführt wurde. Unter Anführung des Ritters Renaud de Villecroix gelingt es ihnen Scheherazade zu befreien und nach Bagdad zu bringen, wobei sich Renaud in sie verliebt (und sie in ihn). Dort angekommen stellt sich jedoch heraus, dass die schöne Prinzessin eigentlich dem Kalifen versprochen war…
Der Film verkauft sich anfänglich als opulent ausgestatteter Abenteuerfilm im orientalischen Setting, das von Kameramann Christian Matras, der schon für Jean Renoir, Luis Buñuel und Max Ophüls gearbeitet hatte, in prächtigen 70 mm-Breitwandbildern eingefangen und vom Komponisten André Hossein mit zauberhaften Klängen untermalt wird.
Leider weiß er weder mit seiner Idee einer Handlung noch mit seinen Charakteren wirklich etwas anzufangen und so langweilt er über weite Strecken mit schwülstigen Dialogen über schicksalhafte Liebe, die umso schlimmer klingen, weil diese weder sichtbar noch spürbar wird.
So sehr Anna Karina mit bloßem Schönsein sichtlich unterfordert ist, so überfordert ist andererseits der damalige Mantel-und-Degen-Star Gérard Barray damit, auch nur ein einziges glaubhaftes Gefühl zu vermitteln.
So bleiben ein paar prachtvolle Kostüme und die verzweifelten Blicke von Anna Karina auf der Suche nach einem guten Drehbuchmoment, ähh der ewigen Liebe, was aber insgesamt doch ein bisschen wenig ist.
Vielleicht muss ich mich dann doch mal an ihre Arbeiten mit Jean Luc-Godard herantasten…

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