Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„Spider-Man: Brand New Day“

USA, 2026

Bewertung: 5 von 5.

Vier Jahre ist es her, dass die ganze Welt, inklusive seines besten Freundes Ned und seiner Freundin MJ, dank eines Zaubers von Doctor Strange nicht nur vergessen hat, dass hinter der Maske von Spiderman Peter Parker steckt, sondern sich gar nicht mehr erinnern kann, dass dieser Peter Parker überhaupt existiert.
Entsprechend einsam aber umso erfolgreicher führt Peter seinen Kampf als Spiderman gegen die Verbrecherwelt von New York City weiter, allein zu der Polizistin Detective Jean DeWolff baut er, ohne sein Geheimnis preiszugeben, so etwas wie eine emotionale Bindung auf.
Doch dann taucht ein neuer Gegner auf der Bildfläche auf, der offenbar in der Lage ist, in Menschen hineinzuspringen und diese zu manipulieren.
Mit „Brand New Day“ ist Tom Hollands Spiderman endgültig erwachsen worden, sowohl vom Tonfall her, der von den teils düsteren, teils epischen Bildkompositionen von Kameramann Brett Pawlak untermalt wird, als auch von den Themen. Wie schon in „Thunderbolts*“ setzt sich Marvel hier erstaunlich ernsthaft mit psychischen Problemen auseinander und überhaupt nimmt sich der Film erfreulich viel Zeit für seine Charaktere.
Das führt dann auch dazu, dass die extrem dynamisch inszenierten Actionsequenzen viel besser zur Geltung kommen, weil sie eben nicht in einem Dauerbombardement von Effekten untergehen, sondern innerhalb der Handlung ihre „time to shine“ bekommen.
Tom Holland schafft den Sprung ins „ernstere“ Fach (keine Sorge, Humor gibt es im Film immer noch) genauso mühelos wie Zendaya, und Jon Bernthal als Punisher fügt sich (anders als zuletzt Lobo in „Supergirl„) nahtlos in das Setting ein, während Mark Ruffalo und Florence Pugh schlagkräftige bzw. coole Gastauftritte hinlegen dürfen.
DIE schauspielerische Entdeckung des Films ist für mich jedoch Sadie Sink, die ihre Rolle mit jener Glaubwürdigkeit ausfüllt, die dem Film die nötige emotionale Tiefe gibt. (Jaja, ich bin spät dran mit meiner Begeisterung für Sadie Sink, aber ich hab ja auch nie „Stranger Things“ geguckt.)
Was mir zudem überaus gut gefallen hat, ist der Umgang des Films mit dem Thema „Freundschaft„. Zum einen steht sie hier gleichberechtigt neben der ja sonst in Hollywoodfilmen gerne als einzige Erfüllung gepriesenen romantischen Beziehung und zum anderen nähert sich der Film ihr nicht von einem Leistungsgedanken a la „gemeinsam können wir das schaffen“ her, sondern zeigt sie als menschliches Grundbedürfnis, ohne das wir nicht leben können.
Das alles zusammen macht „Brand New Day“ von Regisseur Destin Daniel Cretton, so sehr ich den jugendlichen Charme von „Homecoming“ mochte, für mich nicht nur zum besten Spidey-Film mit Tom Holland, sondern zur besten Realfilm-Interpretation neben „Spiderman 2“ von Sam Raimi.



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