Frankreich, 2001
„Die fabelhafte Welt der Amélie“ gehört zu jenen Filmen, bei denen ich ehrlich gesagt ein bisschen Angst vor einem Wiedersehen hatte, verbinden sich damit für mich doch sehr persönliche Erinnerungen, nicht zuletzt an Menschen, die nicht mehr in meinem Leben sind.
Doch jetzt anlässlich des 25jährigen Jubiläums des Films habe ich es gewagt und ich muss gestehen, diese gerade zu Beginn ganz eigene Atmosphäre (oder sollte ich sagen Magie?) des Films hat mich sofort wieder umfangen und das tatsächlich ganz ohne die erwarteten Nostalgiegefühle, denn dafür ist Jean-Pierre Jeunets Meisterstück doch einfach zu zeitlos.
Die Geschichte der schüchternen Amelie (kongenial verkörpert von Audrey Tautou), die durch einen Zufallsfund beschließt, ihr Glück darin zu finden, anderen Menschen (zur Not mit Nachdruck) zu etwas Freude in ihrem Leben zu verhelfen, ist mit vielen charmanten Regieeinfällen inszeniert und der für Jeneut („Delicatessen„, „Alien – Die Wiedergeburt„) so typische tiefschwarze Humor, der selbst vor Themen wie Selbstmord nicht halt macht, sorgt ebenso dafür, dass der Film weder zum Moralstück noch zur Kitschorgie verkommt, wie die süffisant-trockenen Kommentare des allgegenwärtigen Erzählers (in der deutschen Fassung vom Synchron- und Hörspielsprecher Peter Fricke wunderbar treffend vertont).
„Amelie“ ist einer der wenigen Filme, in denen für mich das Konzept einer Erzählstimme aus dem Off nicht nur tatsächlich funktioniert, sondern den Film in einer Form bereichert und prägt, dass ich ihn mir gar nicht ohne diese vorstellen könnte. Ein weiteres, wenn auch stilistisch völlig anderes Bespiel wäre Terence Malicks frühes Meisterwerk „Badlands“ mit Sissy Spacek als Erzählerin. Doch ich schweife ab… zurück zu Amelie.
Kameramann Bruno Delbonnel zaubert dazu im wahrsten Sinne des Wortes märchenhafte Bilder auf die Leinwand und die Akkordeonklänge von Yann Tiersen tänzeln melancholisch-verträumt umher.
Und neben Audrey Tautou tummeln sich zahlreiche illustre Namen unter den Darsteller*innen, so zum Beispiel der Regisseur und Schauspieler Mathieu Kassovitz („La Haine„) als Amelies Love Interest Nino.
Schön zu sehen, dass manche Filme ihren Zauber auch Jahrzehnte später nicht verloren haben…

Schreibe einen Kommentar