Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„Freaky“

USA, 2020

Bewertung: 5 von 5.

Mit seinem Überraschungserfolg „Happy Death Day“ schuf der queere Regisseur Christopher B. Landon 2017 eine überaus gelungene wie originelle Mischung aus Slasher-Filmen wie der „Scream„-Reihe und Zeitschleifen-Filmen wie „Täglich grüßt das Murmeltier„, indem er sowohl die beiden Genres als auch seine Charaktere bei aller dem Film innewohnenden Komik ernst nahm.
Drei Jahre später verknüpfte er in „Freaky“ auf die gleiche Art das Slasher-Genre mit Körpertausch-Komödien wie „Freaky Friday“ mit Jodie Foster, wobei er die Geschichte einer Schülerin erzählt, die mit einem Serienkiller den Körper tauscht..
Der Film beginnt mit der Einblendung „Wednesday, the 11th„, was die Vermutung nahe legen könnte, es handelt sich um eine Spoof-Komödie a la „Scary Movie„, aber die kurze zeit später folgenden, überaus harschen Kills erweisen diese Annahme als Irrtum.
Diese Art der Unvorhersehbarkeit ist eine der großen Stärken des Films, der immer wieder Erwartungen aufbaut und eins sich nie sicher sein kann oder sie erfüllt oder bricht.
Wie schon in „Happy Death Day“ ist es Landon erneut gelungen, die perfekte Besetzung für die weibliche Hauptrolle zu finden.
Kathryn Newton ist ebenso glaubwürdig und sympathisch als Highschool-Schülerin Millie, die von ihren Mitschüler*innen wie Lehrer*innen gemobbt wird, wie sie später nach dem Körpertausch als Killerin gnadenlos und cool ist. Gleiches gilt für ihren Schauspielpartner Vince Vaughn, der hier mal wieder beweisen darf, dass er mehr kann als nur Comedy, nämlich sowohl bedrohlich als auch unglaublich zärtlich sein.
Neben den beiden Hauptdarsteller*innen begeistert noch Misha Osherovich als Millies schwuler Freund Josh, dessen deutlich queeres Auftreten weder stereotyp überzeichnet ist, noch zum Anlass für irgendwelche billigen Witze genommen wird.
Das Motiv des Final Girls wurde schon in zahlreichen Slasher-Filmen als Sieg der weiblichen Selbstermächtigung über rohe männliche Gewalt gezeigt, doch Landon hebt diese Deutung mit „Freaky“ auf ein anderes Level, was den Film zu weitaus mehr macht als einer einfacher Slasher-Komödie, jedoch ohne diese Meta-Ebene wie die „Scream“-Filme stolz vor sich herzutragen und ständig darauf hinzuweisen.
Trotzdem oder gerade deswegen ist „Freaky“ ein Film, den eins auch nur um des Spaßes willen schauen kann, egal ob dir nach Humor oder blutigen Kills der Sinn steht, du wirst hier beides finden… und noch so viel mehr.



Ein Kommentar zu „„Freaky““

  1. […] Chemie zwischen Samara Weaving und Kathryn Newton, deren Serienkiller-Körpertausch-Komödie „Freaky“ von Christopher B. Landon ich nicht oft genug empfehlen kann, stimmt auffallend gut, aber […]

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