USA, 2026
Mit „Ready or Not“ gelang dem Regieduo Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett 2019 ein Überraschungserfolg, der ihnen die Regiestühle für den fünften und sechsten Teil der „Scream„-Reihe einbrachte, mit denen sie für ordentlich frischen Wind im Franchise sorgten. Nach dem großartigen Gangster-vs-Vampirmädchen-Spaß „Abigail“ haben sie dieses Jahr die Fortsetzung zu „Ready or Not“ veröffentlicht.
Wir erinnern uns: Grace (Samara Weaving) will den Sohn der traditionsreichen Familie Le Domas heiraten; zu den Hochzeitsgepflogenheiten gehört jedoch ein altes Familienspiel, das sich als Menschenjagd herausstellt und Anlass für zahlreiche sehr blutige aber ebenso skurrile Tode bildet.
„RoN2: Here I come“ setzt nun nahtlos in der Schlussszene des ersten Teils an. Die verwundete Grace wird ins Krankenhaus eingeliefert, wo sie auf ihre Schwester Faith trifft, da diese immer noch als ihr Notfallkontakt hinterlegt ist, obwohl die beiden seit Jahren keinen Kontakt mehr miteinander hatten. Noch im Krankenhaus stellt sich jedoch heraus, dass die Jagd keineswegs zu Ende ist, waren die Le Domas doch Mitglied einer internationalen „Vereinigung“ und so Muss Grace schon bald wieder um ihr Leben rennen und kämpfen… und ihre Schwester mit ihr.
Der Film hat leider die typischen Probleme vieler Fortsetzungen, die sich für das Rezept „mehr-vom-Gleichen-aber-in Größer-Schneller-Weiter“ entschieden haben: mehr bedeutet nicht immer besser, denn gerade das Besondere verwässert dadurch oft, auch sehr schön zu sehen im spätestens vierten Teil von „John Wick„.
Bei „RoN“ setzen die Ermüdungserscheinung nun schon in der ersten Fortsetzung ein. Zu blass sind die Gegenspieler*innen trotz Sarah Michelle Gellar und Gastauftritten von Kult-Regisseur David Cronenberg und Elijah Wood, und vor allem aber fehlt den Gewaltmomenten jener überzeichnete Humor, der den ersten Teil so unterhaltsam machte. Überhaupt scheint es, der Film nehme sich und seine Thematik stellenweise etwas zu ernst für eine Horror-Komödie, was mir insbesondere an der von Shawn Hatosy gespielten, überaus misogynen Figur des Titus unangenehm aufgefallen ist.
Das Finale entschädigt dann wieder ein bisschen und die Chemie zwischen Samara Weaving und Kathryn Newton, deren Serienkiller-Körpertausch-Komödie „Freaky“ von Christopher B. Landon ich nicht oft genug empfehlen kann, stimmt auffallend gut, aber insgesamt ist „RoN 2“ sowohl im Vergleich zu seinem Vorgänger als auch zum restlichen Schaffen der beiden Regisseure leider eine kleine Enttäuschung.

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