USA, 2017
Im Jahr 2003 drehte Tommy Wiseau als Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Hauptdarsteller in Personalunion zusammen mit seinem besten Freund Greg Sestero den Film „The Room„, der sich in den folgenden Jahren aufgrund seines Rufs als „bester schlechtester Film aller Zeiten“ und seiner unfreiwilligen Komik zu einem Kultfilm entwickelte.
Im Jahr 2017 drehte James Franco als Regisseur, Produzent und Hauptdarsteller in Personalunion nach dem Buch „The Disaster Artist: My Life Inside The Room“ von Greg Sestero den Film „The Disaster Artist“ über die Dreharbeiten zu „The Room„.
Es wäre für ihn ein Leichtes gewesen, sich über „The Room“ und seinen Schöpfer Tommy Wiseau lustig zu machen, doch stattdessen schafft Franco eine wunderbare Hommage an den Film voller Liebe zum Detail, die sich von seinem völligen Eintauchen in die Rolle bis zum exakt nachempfundenen Setdesign und den eins-zu-eins nachgestellten Filmszenen zeigt, von denen es im Abspann eine schöne Gegenüberstellung mit den Originalen gibt.
Franco gelingt dabei scheinbar mühelos der schwierige Balance-Akt zwischen dem Herausarbeiten der komischen Momente und Eigenarten von Film und Regisseur (ohne dabei jemals verletztend zu werden) und dem Erzählen einer tragischen und letztendlich doch hoffnungsvollen Geschichte über künstlerisches Schaffen, Scheitern und Wieder-auf-Stehen.
So richtig erschließen sich diese beiden Seiten von Francos Werk jedoch nur jenen Zuschauenden, die „The Room“ kennen (oder zumindest zuvor gesehen haben). Da muss eins einmal durch, um „The Disaster Artist“ wirklich genießen und würdigen zu können.

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