USA, 2023, Netflix
Ursprünglich wurde die Verfilmung des Webcomics von ND Stevenson, dem wir auch „She-Ra and the Princesses of Power“ zu verdanken haben, von Fox Animation umgesetzt, fiel jedoch dem Zusammenschluss von Fox und Disney zum Opfer, denen der Film wohl nicht so recht ins Konzept passte.
So ist es wohl dem Erfolg von „She-Ra“ auf Netflix zu verdanken, dass sich der Streaming-Anbieter letztendlich auch „Nimona“ annahm und das Projekt in die Hände von Nick Bruno und Troy Quane legte, die bereits mit „Spione Undercover“ einen überaus unterhaltsamen Animationsfilm inszeniert hatten, der jedoch leider vielfach unbeachtet blieb.
„Nimona“ beginnt mit einer märchenhaften Vorgeschichte, wie man sie auch aus vielen anderen Animationsfilmen (auch von Disney) kennen mag, über ein Königreich, das von einem Monster bedroht wurde. Jedoch gelang es einer Heldin dieses Monster zu besiegen und dem Königreich Frieden zu bringen.
1000 Jahre später hält dieser Frieden immer noch an. Das Königreich hat sich längst zu einer hoch-technisiertenZivilisation entwickelt, hält aber immer noch den alten Traditionen fest, weswegen berittene Ritter neben fliegenden Autos existieren.
Als einer der Ritter Ballister Boldheart unter Mordverdacht gerät und untertauchen muss, macht er die Bekanntschaft des Mädchens Nimona, das gerne sein Sidekick werden möchte. Und schon bald stellt sich heraus, dass mehr in Nimona steckt als es auf den ersten Blick den Anschein an hat.
Was nicht nur für die Titelheldin, die im Original kongenial von der wunderbaren Chloë Grace Moretz gesprochen wird, sondern auch den Film selbst gilt.
Unter der bunt-anarchistischen Oberfläche und dem treibenden Grrrl-Power-Soundtrack verbirgt sich eine Geschichte über Andersein und Akzeptanz, die sich auch als trans-Metapher lesen lässt und selbst unangenehme Themen wie Selbstverletzung nicht ausspart.
So durchleben die Zuschauer*innen die ganze Bandbreite der Emotionen von ungläubigem Staunen und Lachen über die herrlich absurden Einfälle bis zum Kloß im Hals und Tränen in den Augen.
Die Freigabe ab sechs Jahren geht meiner Meinung nach weitesgehend in Ordnung, gerade gegen Ende sollten die Eltern aber doch dabei sein, nicht zuletzt, um mit den Kindern über den Film und seine Aussage zu reden.
Irgendwas wollte ich noch zu dem Film sagen.
Ach ja: Angucken! Angucken! Angucken!

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