Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„The Shiver of the Vampires“

Frankreich, 1971

Bewertung: 0.5 von 5.

Als großer Fan von Vampirfilmen habe ich jedoch um die Werke eines bestimmten Regisseurs, der in dem Bereich sehr umtriebig war, immer einen großen Bogen gemacht: Jean Rollin.
Alles, was ich von dem französischen Regisseur kannte, war mir irgendwie zu… ja was denn eigentlich? Meeeeh, beschreibt es vielleicht am besten.
Angesichts der unlängst in UK erschienen 4K-Veröffentlichungen von Indicator/Powerhouse hatte ich mich entschlossen, dem guten Rollin nochmal eine Chance zu geben, zumal allein der Schuber, der die Bluray und ein 80-seitiges Büchlein mit Interviews und Essays enthält, wunderschön aufgemacht ist. (Mit sowas kriegt man mich ja leider…)
Und was soll ich sagen?
Die Restaurierung und Präsentation sind top-notch, gerade die in schwarz-weiß gehaltene Einleitung wirkt dermaßen plastisch, dass eins sie locker als Antwort nehmen kann, für Leute, die fragen, ob sich 4K bei S/W-Filmen überhaupt lohnt.
Das alles rettet den Film, dessen deutschen Titel „Sexual-Terror der entfesselten Vampire“ ich nur unter Lachkrämpfen tippen kann, leider so überhaupt nicht.
Ich habe ein riesengroßes Herz für Filme, die kein großes Budget haben: Mario Bava hat Film um Film bewiesen, dass sie nicht billig aussehen müssen und Russ Meyer hat gezeigt, dass Sex, Gewalt und Charakterzeichnung sich nicht ausschließen müssen.
Shiver of the Vampires“ hat für mich, sorry liebe Rollin-Fans, nichts von alledem. Die Darsteller*innen haben die Ausstrahlung einer abgelaufenen Parkuhr, die Kamera dilletiert allzu oft umher, so dass die wenigen tatsächlich schönen Aufnahmen (für die Rollins Filme gerne mal gerühmt werden) fast wie Zufallstreffer wirken, und nackte Frauenkörper und Erotik sind zwei völlig unterschiedliche Dinge (letzteres findet man hier nämlich gerade wenn erstere im Bild sind so gar nicht).
Das Ganze ist auch nicht surrealistisch (Buñuel und Jodorowski mögen mir verzeihen, dass ich die vielfach angeführte Behauptung hier überhaupt wiederhole), sondern einfach nur nicht gut.
Wenn das tatsächlich einer der besten Filme Rollins sein soll, möchte ich die anderen gar nicht erst sehen.
Dann doch lieber Jess Franco („Der Hexentöter von Blackmoor„, „Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne„), der ist zwar auch billig, verstösst aber wenigstens nicht immer gegen Billy Wilders drei wichtige Regeln des Filmemachens: „Du sollst nicht langweilen! Du sollst nicht langweilen! Du sollst nicht langweilen!



One response to “„The Shiver of the Vampires“”

  1. […] war kein Genreregisseur wie Jess Franco („Vampyros Lesbos„) oder Jean Rollin („The Shiver of the Vampies„), auch wenn es Kritiker gibt, die ernsthaft Vergleiche zu Rollin ziehen, die „The […]

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