Neuseeland, 1981
Vier Jahre nach seinem Debüt „Sleeping Dogs“ drehte Roger Donaldson mit „Smash Palace“ seinen wohl besten und bedeutendsten Film, dessen internationale Anerkennung ihm den Weg nach Hollywood öffnete, wo er zwar etliche Erfolge feiern sollte, an die Klasse seines Frühwerks (ganz ähnlich wie z.B. auch Wolfgang Petersen) allerdings nie wieder anschließen konnte.
Vor Jahren hat der ehemalige Rennfahrer Al nach einem schweren Unfall den Abschleppdienst und zugehörigen Autofriedhof „Smash Palace“ übernommen, den er seitdem mit seiner Frau Jacqui betreibt und auf dem er zusammen mit seiner siebenjährigen Tochter Georgie seinen alten Rennwagen wieder in Schwung zu bringen versucht.
Doch Jacqui, die für ihren Mann ihren Job als Französisch-Lehrerin aufgegeben hat, ist zunehmend unglücklich in ihrer Beziehung mit Al und sucht Rat bei einem gemeinsamen Freund, dem Polizisten Ray.
Als Al sie aus Eifersucht verprügelt und vergewaltigt, trennt sie sich endgültig von ihm und zieht zusammen mit Georgie in das Haus ihrer Mutter. Al, in seiner Ehre und Männlichkeit gekränkt, greift zu immer rabiateren Mitteln…
Filme über das, was wir heute „toxische Maskulinität“ nennen, gab es schon lange vor dem Begriff, zwei der bis heute beeindruckendsten sind sicherlich Ted Kotcheffs 1971er australisches Meisterwerk „Wake in Fright“ und der französische Film „Treibjagd“ von Serge Leroy aus dem Jahr 1975.
Aber auch „Smash Palace„, nach einem gemeinsamen Drehbuch von Regisseur Donaldson und Hauptdarsteller Bruno Lawrence, zeigt die männliche Faszination für Autos, Waffen und Alkohol als Rausch- und Machtmittel, um dem eigenen Leben so etwas wie Bedeutung zu verleihen. Er zeigt zugleich auch die Zerbrechlichkeit dieses Konstrukts, auf dessen Zusammenbruch als Antwort nur Gewalt in Frage kommt.
Angetrieben von den elektrisierenden Darstellungsleistungen von Bruno Lawrence als Al, sowie Anna Maria Monticelli und Greer Robson als Jaqui und Georgie und der dichten Regie von Donaldson steigert sich der Film unaufhaltsam vom Sozial- und Beziehungsdrama zum beklemmenden Psycho-Thriller.
Wie schon Donaldsons Debüt wurde auch „Smash Palace“ von Arrow Films in Großbritannien in einer tollen Blu-ray-Edition veröffentlicht, während er in Deutschland wohl zuletzt zu VHS-Zeiten zu bekommen war.

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