Neuseeland, 1977
Bevor er ab Mitte der 1980er Jahre in Hollywood mit Filme wie „No Way Out„, „Cocktail“ oder später „Species“ Karriere machte, drehte Roger Donaldson in seiner Heimat Neuseeland zwei Filme: „Sleeping Dogs“ und „Smash Palace„, die trotz ihrer Bedeutung für die neuseeländische Filmindustrie und ihrer unbestreitbaren Qualität heute außerhalb Neuseelands leider nur wenig bekannt (und noch weniger verfügbar) sind.
In seinem Debütfilm „Sleeping Dogs“ erzählt er die Geschichte eines Mannes namens Smith (Sam Neill in seiner ersten Hauptrolle), der sich nach seiner Scheidung auf eine von einem Maori-Stamm bewohnte Insel zurückzieht, in der Hoffnung dort Abstand und Ruhe zu finden, von den Geschehnissen um seine Trennung, aber auch vor den Unruhen angesichts der immer faschistischer auftretenden Regierung.
Die Szenen von friedlichen Demonstranten, die von der Polizei blutig niedergeknüppelt werden, waren zur Entstehungszeit des Films noch als Dystopie gedacht, sollten aber nur wenige Jahre später während der Anti-Apartheitsproteste in Neuseeland traurige Wirklichkeit werden, und sind dies nicht zuletzt in den USA auch heute immer noch.
Durch eine Verkettung von Umständen gerät Smith ins Visier der Polizei und findet sich bald unfreiwillig im blutigen Kampf zwischen bewaffneten Widerständlern und dem faschistischen Regime wieder.
Zwar konzentriert sich Donaldson Polit-Thriller mehr auf die Action-Elemente als auf politische Hintergründe, bleibt aber dank Sam Neills eindringlicher Darstellung und dem kompromisslosen Ende eine gewichtige Mahnung, dass es in faschistischen Systemen keine Neutralität und kein Heraus-Halten-Können gibt.
Die Blu-ray des britischen Labels Arrow Films präsentiert den Film, der damals im Alleingang den Startschuss der neuseeländischen Filmindustrie darstellte, in gewohnt guter Qualität und stellt zur Zeit eine der wenigen Möglichkeiten dar, diesen Film in angemessener Form sehen zu können. Von einer deutschen Veröffentlichung wie so oft leider keine Spur…

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