Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„Lola rennt“

Deutschland, 1998

Bewertung: 5 von 5.

Mit seinem dritten Film „Lola rennt“ gelang Regisseur und Drehbuchautor Tom Tykwer 1998 der endgültige Durchbruch. Die Titelrolle in seiner Variation auf „Der Zufall möglicherweise“ des polnischen Meisterregisseurs Krzysztof Kieślowski („Dekalog„, „Drei Farben: Blau/Weiß/Rot„) spielt Franka Potente als Lola, die innerhalb von 20 Minuten Hundertausend Mark auftreiben muss, um ihrem Freund Manni (Moritz Bleibtreu) aus der Patsche zu helfen, der sich mit Gangstern eingelassen hat.
Dabei trifft sie mehr oder minder zufällig auf verschiedene Leute, deren weiteres Schicksal in kurzen Schlaglichtern oder Momentaufnahmen gezeigt wird. Genau wie Kieslowski, bei dem ein Student durch Stadt rennt, um einen Zug zu bekommen, erzählt auch Tykwer seine Geschichte dreimal, jedes mal mit dem selben Ausgangspunkt, doch anderem Ausgang, beeinflusst durch unterschiedliche Entscheidungen und kleinste, im ersten Moment unscheinbare Vorkommnisse.
Unterlegt von treibender Elektromusik und kongenial eingefangen von seinem Stamm-Kameramann Frank Griebe ist Tykwer ein nahezu atemloser, ungemein dichter Film voller Spannung, Tragik aber auch Komik gelungen, der auch mehr als 25 Jahre später immer noch wunderbar funktioniert und dank der 4K-Veröffentlichung von Filmjuwelen so gut aussieht wie noch nie.
Da habe ich direkt Lust bekommen, mir auch die anderen Frühwerke Tykwers wie „Winterschläfer“ oder „Der Krieger und die Kaiserin“ mal wieder anzuschauen, die bisher jedoch leider nur auf DVD veröffentlicht wurden.
Da besteht dringender Nachholbedarf…



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