USA, 2007
„Trick ’r Treat„, der Debütfilm des Regisseurs Michael Dougherty, ist ein Episoden-Horrorfilm, bei dem eins gar nicht so recht glauben mag, dass er in den 2000ern entstanden ist, ist der Film doch in vielen Aspekten wunderbar altmodisch im besten Sinne des Wortes.
Das modernste an ihm mag wohl seine verschachtelte Erzählstruktur sein, die uns erst nach und nach offenbart wie die einzelnen Episoden, die alle in einer Halloween-Nacht spielen, miteinander verwoben sind.
Ein verbindendes Element ist dabei die Figur Sam, ein etwa kindgroßes Wesen mit einem Sack über dem Kopf und Knopfaugen, das immer mal wieder auftaucht.
Die Geschichten erinnern in ihrem Zusteuern auf einen finalen Twist oder Schockmoment an die alten „Tales of the Crypt„-Comics, die ja in den 90ern auch erfolgreich als Fernsehserie umgesetzt wurden, was durch die Verwendung von Comicelementen wie Text-Boxen am Szenenanfang unterstützt wird.
Die Spezialeffekte sind durchgehend handgemacht, mal sehr blutig, dann je nach Geschichte, eher zurückhaltend, aber immer sehr überzeugend.
Die Kameraarbeit von Glen MacPherson, der sonst viel für Paul W. S. Anderson gearbeitet hat, und die Musik von Douglas Pipes atmen den Geist der Slasher- und Horrorfilme der 70er und vor allem 80er Jahre ohne jemals zur reinen Kopie zu verkommen.
Anna Paquin, die ein Jahr nach dem Film mit der Serie „True Blood“ so richtig durchstarten sollte, Dylan Baker, einer jener Zweite-Reihe-Schauspieler, dessen Gesicht eins kennt, aber nie weiß woher, und Alt-Star Brian Cox spielen drei der zentralen Figuren des Films, wobei vor allem letzteren anzumerken ist, wie viel Spaß er bei der Rolle hatte.
Dank der 4K-Veröffentlichung von Arrow Films, die mit Postkarten, einem beidseitigen Poster und einem Booklet daherkommt, erstrahlt der Film in all seiner blutig-farbenfrohen Pracht und bekommt vielleicht endlich die Anerkennung als kleiner Genre-Klassiker, die er verdient hätte.

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