Deutschland, 2021, Netflix
Ein Film mit Bjarne Mädel, lass mal gucken, ist bestimmt lustig, auch wenn er nicht danach klingt, dachte ich mir.
Und tatsächlich durchzieht den Film gerade am Anfang jener für ihn so typische lakonische Humor.
Nicht alles in „Sörensen“ ist neu, so manches kommt einem irgendwie bekannt vor, manches davon bekommt einen Twist.
Die Grundidee des Kriminalhauptkommissars, der aus der Großstadt in irgendein tristes Kaff kommt, kennt eins schon aus „Mord mit Aussicht“, nur dass Sörensen nicht strafversetzt wurde, er hat sich freiwillig versetzen lassen – der Ruhe wegen.
Dass das mit der Ruhe nicht so bleibt, kann sich selbst denken, wer nur gelegentlich Krimis schaut.
Doch bevor es zum unvermeidlichen Mord kommt, darf Mädel, der auch Regie geführt hat, gekonnt auf dem schmalen Grad seiner Figur balancieren, zwischen der ernsthaften und bedrückenden Darstellung eines Mannes mit Angststörungen und jener manchmal witzigen Verschrobenheit, die irgendwie allen Mädel-Charakteren innewohnt.
Mit fortschreitender Laufzeit wird der Film ernster, die Thematik, die hinter dem Mord steht, verbietet sich eigentlich den Humor, und doch blitzt er immer wieder durch, manchmal tief schwarz, und lässt einen kurz auflachen oder schmunzeln.
Trotz allem keine leichte Kost, die ich nicht vor dem Schlafengehen empfehle. Ich brauche jetzt gleich auf jeden Fall noch was Buntes bevor es ins Bett geht, denn die Bilder von Kameramann Kristian Leschner sind durchzogen von Tristesse und Düsternis, die jedoch nie künstlich oder gar aufgesetzt wirken, sondern sowohl Charakterzeichnung als auch Handlung gebührend unterstützen.

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