Deutschland, 2019
Franziska (Karoline Herfurth) leidet unter ständigen Panikattacken, woraufhin ihre Chefin sie in Zwangsurlaub schickt, jedoch wird sie gleich am ersten Tag von der Juwelendiebin Mel (Hannah Herzsprung) auf einer Einkaufsstraße als Geisel genommen. Die Einsatzleiterin Ingrid (Anneke Kim Sarnau) haftet sich auf ihre Fersen, wobei sie gleichzeitig versucht das Verhältnis zu ihrem ehemaligen Partner Harry (Frederick Lau) zu kitten, der seit einem tragischen Einsatz nur noch als Streifenpolizist unterwegs ist. Währenddessen entwickelt sich auf der unfreiwillig gemeinsamen Flucht zwischen Franziska und Mel eine ungewöhnliche Freundschaft.
„Sweethearts„, der zweite Film von Karoline Herfurth in der Doppelfunktion als Regisseurin und Schauspielerin, ist mit seiner ganz eigenen Mischung aus Krimi, Actionfilm und Tragikomödie ein tolles Beispiel dafür wie gutes Unterhaltungskino aus Deutschland aussehen kann.
Herfurth stellt dabei drei Frauen in den Mittelpunkt ihrer Erzählung wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, gibt aber allen ihren Raum.
Bei ihr dürfen Frauen alles sein: laut, tough, verletzlich, forsch, gewitzt, verzweifelt und lebenslustig. Und ihre Charaktere funktionieren bei allem Spiel mit auf den Kopf gestellten Klischees und Slapsticksmomenten, weil sie sie trotzdem ernst nimmt.
Die großartige Besetzung, die starke Kameraarbeit von Daniel Gottschalk und ein schmissiger Soundtrack tun ihr übriges, um aus „Sweethearts“ einen hochgradig unterhaltsamen Film zu machen, dessen Stärke gerade darin liegt, sich genretechnisch nicht zwischen alle Stühle zu setzen, sondern mit großen Gespür für Timing zwischen diesen zu wechseln.

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