Großbritannien, 1981
Dank des mystischen Schwertes Excalibur, das er vom Zauberer Merlin bekommen hat, wird Uther Pendragon König, bringt seine Position jedoch direkt wieder in Gefahr, begehrt er doch Igrayne, die Frau seines Verbündeten, des Herzogs von Cornwall. Durch einen Zauber Merlins gelingt es Uther, Igrayne in Gestalt ihres Ehemannes zu verführen und zu schwängern, während ihr Mann auf dem Schlachtfeld stirbt.
Das aus der Vergewaltigung hervorgegangene Kind nimmt Merlin an sich und verschwindet mit ihm. Ohne Merlins Schutz sieht sich Uther seinen Feinden hilflos ausgeliefert und um zu vermeiden, dass jemand anderes Excalibur bekommt, treibt er es in einen Stein hinein. Nur wer es wieder herauszuziehen vermag, wird neuer König des Landes…
Bereits die Vorgeschichte in John Boormanns Verfilmung der Artussage ist anders als alles, was man bis dahin an Ritterfilmen kannte; auf der einen Seite dreckig-naturalistisch, auf der anderen Seite voller Magie und Mystik.
Als literarische Vorlage diente Boormann „Morte d’Arthur“ von Sir Thomas Malory aus dem 15. Jahrhundert, der jüngsten Niederschrift der Artussage, wobei er sich auch von den 1894 entstandenen Illustrationen des Künstlers Aubrey Beardsley inspirieren ließ, insbesondere bei der Gestaltung der prächtigen Rüstungen.

Viele der Darsteller*innen waren damals noch unbekannt, unter ihnen Nigel Terry als Arthur, Gabriel Byrne als Uther Pendragon, der leider viel zu früh verstorbene Robert Addie, der später in der Fernsehserie den Guy of Gisburne spielen sollte, als Artus Gegenspieler Mordred, und Patrick Stewart und Liam Neeson in größeren Nebenrollen.
Schauspielerischer Höhepunkt des Films sind für mich jedoch der vom Theater stammende Nicol Williamson als Merlin und Helen Mirren als Morgan le Fey. Gerade Williamson gelingt es, die Figur des Zauberers mit einer Aura des Geheimnis- und Würdevollen zu umgeben, sie zugleich aber mit einem ungemein verschmitzten Humor auszustatten. Helen Mirren steht ihm in darstellerischer Hinsicht in Nichts nach, allerdings fehlt ihrer Morgan le Fey die humoristische Brechung.
Die prachtvollen Bilder des Kameramannes Alex Thomson schwelgen in der rauen Landschaft Südenglands, musikalisch untermalt von ausgewählten Stücken Wagners und Carl Orffs „Carmina Burana„, und schaffen eine Atmosphäre, wie sie in diesem Genre wohl erst wieder in David Lowerys „The Green Knight“ erreicht werden sollte.
Nachtrag: Normalerweise verzichte ich ja zwecks Vermeidung möglicher Copyright-Verletzungen auf Bilder, insbesondere Szenenfotos aus Filmen.
Die oben gezeigte Illustration von Aubrey Beardsley zu „Morte d’Arthur“ befindet sich jedoch schon im Public Domain, da der Künstler schon weit über 100 Jahre tot ist.

Kommentar verfassen