USA, 2025
Eine Frau und ihr Pferd kämpfen für die Gerechtigkeit, schoss es mir irgendwann gegen Ende des Films ganz unvermittelt durch den Kopf.
Und tatsächlich hat die Titelheldin des Films die emotionalste und innigste Beziehung tatsächlich zu ihrem Pferd, angefangen vom gemeinsamen Bad im Teich bis zur obligatorischen dramatischen Rettungsaktion, was aber angesichts der völlig langweiligen Gestalten, die den Film sonst so bevölkern, auch nicht weiter verwundern mag.
Selbst Luca Pasqualino, der mir als D’Artagnan in der britischen Serie „The Musketeers“ noch ausgesprochen gut gefallen hatte, hat hier als Sonjas Love Interest namens Osin the Untouched zwar noch eine der „interessanteren“ Rollen, aber trotzdem keine Chance gegen das Pferd.
Einer der größten Schwachpunkte ist aber sicherlich, dass der Bösewicht Draygan und seine getreue Annisia so völlig uncharismatisch sind, gönnt ihnen das Drehbuch trotz aller Hintergrundgeschichte keine wirkliche charakterliche Tiefe. Aber gerade solche Filme, die auf klaren Gut-Böse-Schemata aufbauen, leben davon, dass sie Villains haben, die eins als Zuschauer*in hassen kann.
Auch optisch und musikalisch wird da nicht viel gerettet. Der Score wäre gerne monumental, ist es aber nicht, und die Kameraarbeit versucht viel zu oft, berühmten Vorbildern nachzueifern anstatt einen eigen, passenden Stil zu finden.
Die beiden frühen Arbeiten „Wilderness“ und „Solomon Kane“ der Regisseurin MJ Bassett habe ich in dunkler aber guter Erinnerung und die Ruppigkeit des ersteren und die Atmosphäre des letzteren hätten „Red Sonja“ sicherlich gut getan, aber so bleibt ein Stern für die sympathische Hauptdarstellerin Mathilda Lutz („Revenge„) und einer für das Pferd und ein halber für die ironische Brechung der Kettenbikini-Szene.

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