Olivers Filmwelten

Aus Leidenschaft zum Film


„Top Gun: Maverick“

USA, 2021

Bewertung: 5 von 5.

Top Gun„, der der Legende nach damals 52 Wochen in den deutschen Kinos lief, bedeutete 1986 sowohl für den Regisseur Tony Scott, als auch für die Hauptdarsteller Tom Cruise und Val Kilmer den endgültigen Durchbruch.
Bereits vor Tony Scotts Tod im Jahr 2012 hatten der Regisseur und sein Hauptdarsteller Tom Cruise an einer Fortsetzung gearbeitet, die jetzt letztendlich von „Tron Legacy“-Regisseur Joseph Kosinski umgesetzt wurde.
Captian Pete „Maverick“ Mitchell (Tom Cruise) arbeitet mittlerweile als Testpilot für ein neues Überschallflugzeug. Sein Dickkopf und seine Aufmüpfigkeit standen seiner militärischen Karriere stets im Weg.
Doch dann erhält er auf Wunsch seines ehemaligen Rivalen und späteren Freundes Admiral Tom „Iceman“ Kazanski den Auftrag an die Fliegerakademie „Top Gun“ zurückzukehren und eine Handvoll junger Pilot*innen für eine geheime Militäraktion auszubilden.
35 Jahre später eine Fortsetzung zu einem Film wie „Top Gun“ zu drehen, ist ein gefährliches Unterfangen, das mehr als leicht hätte schief gehen können.
Zum Glück versucht „Top Gun: Maverick“ trotz aller Reminiszenzen an das Original (inklusive Ballsportszene am Strand) nicht seinem Vorgänger hinterherzurennen, sondern überholt ihn geschickt auf der linken Flugbahn.
Tom Cruise hat viel Gelegenheit sein verschmitztes Große-Jungen-Lächeln zu lächeln, während er seinen Vorgesetzten wunderbar pointierte und selbstironische Dialogenzeilen entgegenschleudern darf, und auch sonst beweist er mit Bravour, dass er mit seinen fast 60 Jahren noch lange nicht zu alt ist für diesen Scheiß.
Doch auch der restliche Cast trägt dazu bei, dass der Film bei allem Militarismus, der ihm thematisch bedingt innewohnt, nicht zum bloßen Werbespot für die US-Navy verkommt.
Glen Powell darf als Lt. Jake „Hangman“ Seresin einen wunderbar schmierigen Unsympath geben, während Miles Teller („Whiplash„) als Sohn des im Original verunglückten „Goose“ im ersten Moment fast wirkt als hätte man dessen Darsteller Anthony Edwards, der später mit „Emergeny Room“ eine erfolgreiche Fernsehkarrie startete, in eine Zeitmaschine gesetzt.
Kelly McGillis‘ Charakter kommt in der Fortsetzung nicht mehr vor, dafür sorgt nun die großartige Jennifer Connelly als Ex-Freundin von Maverick und neue Besitzerin der von den Top Gun-Piloten frequentierten Bar für etwas augenzwinkernde Romantik abseits der Actionszenen.
Außerdem gibt es eine wirklich ergreifende Szene mit dem deutlich von seiner Kehlkopfkrebs-Erkrankung gezeichneten Val Kilmer, dessen Rolle entsprechend angepasst wurde.
Der Soundtrack kann natürlich mit den Klassikern des Originals nicht mithalten, auch wenn gleich zu Beginn „Danger Zone“ zitiert wird, aber dafür setzt der Film action-technisch mehr als einen drauf.
Die Flugszenen wurden allesamt ohne den heutzutage üblichen Einsatz von CGI gedreht und auch die Cockpit-Aufnahmen der Schauspieler entstanden während echter Flugmanöver, wodurch sich das alles verdammt echt und mitreißend anfühlt.
Da fällt es dann auch nicht weiter ins Gewicht, dass die Story nicht besonders originell und eher vorhersehbar ist (bin ich der einzige Mensch, der an „Star Wars – A New Hope“ denken musste?), da es dem Regisseur, seinem Stamm-Kameramann Claudio Miranda und den Darsteller*innen stets gelingt, den Zuschauer im Hier und Jetzt des Augenblicks gefangen zu nehmen.
Liebes Hollywood, wenn schon militaristische Kackscheiße, dann bitte so…
(P.S.: Ich hatte einem Freund damals, dieser Beitrag entstand ursprünglich am 26.05.2026, direkt nach der besuchten Kino-Vorstellung versprochen, dass meine Kritik mit diesen Worten endet.)



One response to “„Top Gun: Maverick“”

  1. […] als die 1987 entstandene Verfilmung mit Arnold Schwarzenegger.Mit Glen Powell, der in „Top Gun: Maverick“ noch den selbstgefälligen Piloten Hangman gespielt hatte, steht ihm ein sympathischer […]

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