USA, 2026
1993 konnte in „Cliffhanger“ der von Sylvester Stallone gespielte Bergsteiger Hal Tucker den Unfalltod seiner Freundin nicht verarbeiten und gab das Bergsteigen auf. In „Apex„, der seit heute auf Netflix läuft, darf Eric Bana in den ersten zehn Minuten den Berg hinunterstürzen und der von Charlize Theron dargestellten Sasha ein Trauma bescheren, das sie auf einem Abenteuertrip in Australien hinter sich lassen will. In der australischen Wildnis trifft sie auf Ben, der sie vor der Belästigung durch zwei Jäger rettet. Leider bemerkt sie zu spät, dass sie vom Regen in die Traufe gekommen ist…
Baltasar Kormákur, dessen Tier-Horrorfilm „Beast“ mit Idris Elba ich eher durchschnittlich fand und dessen Bergsteigerfilm „Everest“ ich nicht kenne, hat mit „Apex“ den Film zur Frage „Mann oder Bär“ gedreht, nur ohne Bär.
Was in „Beast“ nur mäßig funktionierte, nämlich die Hauptrolle in einem Genrefilm mit einem Charakterdarsteller zu besetzen (Idris Elba wirkte dort doch arg unterfordert), erweist sich in „Apex“ als echter Glücksgriff, aber nun hat Charlize Theron ja in der Vergangenheit schon oft genug bewiesen, dass sie ihren Figuren auch in Actionfilmen eine emotionale Glaubwürdigkeit geben kann, die das Drehbuch eigentlich nicht vorgesehen hat. Und Taron Egerton wirkt, gerade weil er auf den ersten Blick gegen den Strich besetzt ist, in der Rolle des Ben so bedrohlich.
Neben den beiden Hauptdarsteller*innen lebt der Film vom ersten Augenblick an vor allem von der atemberaubenden Kameraarbeit von Lawrence Sher („Joker: Folie à Deux„), von den schwindelerregenden Höhen der Troll Wall bis zu den reißenden Wildflüssen Australiens.
Darüber hinaus gibt es Momente, in denen der Film das Genre des reinen Survival-Thrillers in Richtung Horrorfilm zu verlassen scheint, jedoch ohne den Genresprung vollends zu vollziehen.
Die Story mag in Großbuchstaben auf eine Briefmarke passen, aber für das, was der Film sein will, finde ich ihn mehr als überdurchschnittlich gelungen, hat er mir doch spannende und mitreißende 90 Minuten beschert. Und mehr braucht es manchmal einfach nicht nach einer anstrengenden Woche.

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